Märchenerzähler aus Sachsenberg im Interview

Er setzt auf Stimme und Ausdruck: Märchenerzähler Lin Kölbl aus Sachsenberg. Er ist am kommenden Samstag in Dalwigksthal zu erleben. Foto: Rösner

Sachsenberg. Lin Kölbl (40) aus Sachsenberg hat sich zum Märchenerzähler ausbilden lassen. Jetzt ist er bei Veranstaltungen im Frankenberger Land zu erleben. Im Interview erklärt er, wie er zu dieser besonderen Beschäftigung kam.

Herr Kölbl, woher kommt Ihre Begeisterung für Märchen? 

Lin Kölbl: Mir ging es anfangs gar nicht so sehr um die Märchen.

Wie kamen Sie dann auf die Idee, sich als Märchenerzähler ausbilden zu lassen? 

Kölbl: Einmal habe ich eine Märchenerzählerin erlebt, die mit ihrer Stimme und ihrem Gefühl den Raum erfüllte. Was man mit der Stimme machen kann, fand ich faszinierend. Menschen können über Märchen an ein Gefühl herangebracht werden und daraus Erkenntnisse gewinnen. Jeder zieht für sich sein Thema raus, jeder soll es für sich interpretieren. Wenn ich erzähle, geht es aber erst mal um Unterhaltung. Ich möchte die Zuhörer in eine andere Welt bringen.

Wie waren bisher Rückmeldungen aus Ihrem Publikum? 

Kölbl: Durchweg positiv. Erwachsene lassen sich gern in ihre Kindheit zurückversetzen. Sie schließen die Augen und lassen sich auf diese andere Welt ein. Das ist mein großes Ziel: Es sollen Bilder im Kopf entstehen.

Gab es mal jemanden, den Sie nicht erreichen konnten? 

Kölbl: Es gibt Menschen, die sich nicht darauf einlassen können. Darauf muss man als Erzähler reagieren. Das ist aber schwierig.

Für wen erzählen Sie? 

Kölbl: Es gibt viele Gelegenheiten, Geschichten zu erzählen. Ob mit Grundschülern an verschiedenen Orten oder bei Veranstaltungen, wo mehrere Generationen zusammenkommen oder auch nur für Erwachsene.

Was haben Sie in der Ausbildung gelernt? 

Kölbl: Ich hoffe, gelernt zu haben, gut zu erzählen. Das heißt, nicht zu reproduzieren, sondern Märchen in Bildern zu sehen und dann zu erzählen. Ich muss das Märchen mit mir selbst ins Reine bringen.

Wie merkt der Zuhörer, ob der Erzähler das Märchen in Bildern sieht und nicht nur nacherzählt? 

Kölbl: Ich muss mich intensiv mit dem Märchen auseinandergesetzt haben. Vorlesen reicht nicht aus. Ich brauche 100 Prozent Blickkontakt. Ich übe, immer wieder den Kontakt herzustellen und in die Rollen zu gehen.

Ist das wie Schauspielerei? 

Kölbl: Nur ein bisschen. Kleine schauspielerische Akzente sind dabei. Mir ist eher wichtig, dass die Ernsthaftigkeit rüberkommt.

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Quelle: HNA

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