Hobbygärtnerin Anette Hoffmann aus Rosenthal hat ein kleines Paradies erschaffen

Steckt viel Arbeit in ihren Garten: Anette Hoffmann aus Rosenthal setzt dabei auf natürliche Hilfsmittel. Fotos: Moniac

Rosenthal. Das Gärtnern liegt der Wahl-Rosenthalerin Anette Hoffmann im Blut - sie liebt es seit frühester Kindheit. Da die Familie aus beruflichen Gründen mehrfach umziehen musste, ist der Garten in Rosenthal schon der dritte, den sie selber angelegt hat.

Das Ergebnis ist ein kleines Paradies: Auf dem 1800 Quadratmeter großen Grundstück verwirklichte die Hobbygärtnerin ein Konzept, das nicht nur für die Familie attraktiv ist, sondern auch heimischen Tieren wie Molchen, Eidechsen, Blindschleichen und Igeln ein Refugium bietet. Verschiedene Lebensräume, zum Beispiel Hecken, Trockenmauern, ein Teich, ein Totholzhaufen und eine Wiese, locken Vögel, Fledermäuse und Libellen an, Nistkästen und ein Insektenhotel bieten dem Nachwuchs ideale Bedingungen.

Eines von Hoffmanns Prinzipien besteht darin, so wenig wie möglich in das natürliche Gleichgewicht einzugreifen. Kunstdünger und chemische Pflanzenschutzmittel sind absolut tabu - zum Beispiel bekämpft sie Blattläuse nur durch die Förderung ihrer natürlichen Feinde, und selbstverständlich betreibt sie Kompostwirtschaft. Bei der Bepflanzung bevorzugt sie heimische Gewächse, die standortangepasst sind. „Alles, was gegen die Natur ist, kostet Mühe, Zeit und Geld und führt fast nie zu einem befriedigenden Ergebnis“, erklärt sie.

Damit die Tiere stets Nahrung vorfinden, achtet sie auf gestaffelte Blühzeiten. Als Winterfutter kommen Beerensträucher infrage, und um einen Beitrag zum sorgsamen Umgang mit Wasser zu leisten, müssen die Arten im Sommer auch heiße, trockene Phasen aushalten. Die wichtigste Pflanze in Hoffmanns Garten ist die Rose. Die Liebe zur Königin der Blumen wurde ihr schon vom Großvater aus Zweibrücken „eingepflanzt“.

Etwa 200 Arten in allen Größen und Farben gibt es zu bestaunen, darunter viele historische Arten und Wildrosen, die auch der Befestigung eines stellenweise nicht begehbaren Hangs dienen. „Aber die englischen Rosen haben meinen Garten alle wieder verlassen“, erzählt sie, „die sind einfach nicht für das nordhessische Klima gemacht.“

Beim Rundgang entdeckt der Besucher kleine Wege und versteckte Sitzplätze, die zum Verweilen einladen. Überall findet man auch Keramiken aus Hoffmanns eigener Werkstatt, etwa einen Wegweiser oder auch Katzen und eine schillernde Schlange. Außerdem gibt es Deko-Fundstücke vom Flohmarkt und auf kleinen Schiefertafeln Gedichte und Sprüche zum Gärtnern.

Hoffmann verbringt 350 Stunden im Jahr mit der Gartenarbeit, viel Zeit zum ruhigen Genießen bleibt da nicht. Aber das stört sie nicht. „Ich empfinde es als Luxus, dass ich im Garten arbeiten darf“, sagt sie, „und schon der Garten-Philosoph Karl Foerster hat gesagt, dass man von der Gartenleidenschaft nicht geheilt werden kann.“ (zmm)

Mehr zur Person von Anette Hoffmann und über einen TV-Wettbewerb, an dem sie teilgenommen hat, lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Hobbygärtnerin erschafft kleines Paradies

Quelle: HNA

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