Frankenberger Tor

Hochbau des "Tores" beginnt heute

Frankenberg - Die Gebäude in der Siegener Straße sind längst Geschichte. Augenscheinlich tat sich wenig auf dem Gelände - tatsächlich aber wurde der heute startende Hochbau vorbereitet.

Die Frankenberger haben sich inzwischen an das rege Treiben der Baufahrzeuge gewöhnt: Auf dem ehemaligen Raiffeisen-Gelände rollen Bagger, Kipper und vielerlei exotischere Geräte seit Monaten. Auf den ersten Blick passiert nicht viel, seit die alten Gebäude abgetragen wurden: Erdhaufen scheinen über die Fläche geschoben, Löcher gebuddelt und wieder verschlossen zu werden. Und doch geht es voran auf dem Gelände unmittelbar neben dem historischen Bahnhof: Die eigentlichen Arbeiten geschehen unterhalb der Oberfläche. Auf der Webseite http://miete38.it-wms.com, die eigens für interessierte „Zaungäste“ eingerichtet wurde, ist aus der Vogelperspektive deutlich mehr zu erkennen.

Seit dem Spatenstich waren die Bauarbeiter damit beschäftigt, den Boden für die Fundamente des 12000 Quadratmeter großen Baus vorzubereiten, in dem auf 8000 Quadratmetern Waren aus den Bereichen Nahrung, Elektronik, Bekleidung und mehr angeboten werden sollen – und zwar schon ab Oktober 2014. Die ersten Fundamente wurden in den vergangenen Tagen und Wochen gegossen.

Anders als möglicherweise erwartet, wurde nicht für das gesamte Gebäude eine einzige Stahlbetonplatte als Fundament gegossen. Vielmehr verlässt sich Ten Brinke unter anderem auf sogenannte Punktfundamente. Sie reichen mit relativ geringem Platzbedarf tief in das Erdreich hinein und verteilen so die auf ihnen lagernde Last.

Fertig gegossene Teile

„Wir liegen im Zeitplan, wie er beim Spatenstich ausgegeben wurde“, sagt Arno Jansen vom Projektentwickler Ten Brinke, der derzeit die Bauleitung auf dem Balzer-Gelände innehat. Als der offizielle Startschuss Ende Oktober gegeben wurde, hieß es, dass die Frankenberger noch vor Weihnachten erste Blicke auf das entstehende Einkaufzentrum werfen könnten: Tatsächlich sollen laut Jansen die ersten fertig gegossenen und ausgehärteten Fertigteile für den Hochbau schon heute angeliefert werden. „Wir hatten viel Regen, dadurch sind die Arbeiten nicht leichter geworden“, sagt Jansen mit Blick auf die zurückliegenden Wochen. Dennoch hätten die Bauarbeiter es geschafft, nah am Zeitplan zu bleiben.

Und auch sein Blick nach vorne ist vorsichtig optimistisch: „Wir hoffen, dass der Winter nicht so hart wird“, erklärt er den Wunsch eines jeden Bauherren. Dann könne der vorgesehene Zeitplan – Eröffnung im Oktober 2014 – auch weiterhin eingehalten werden.

Gut 22 Millionen Euro

Auf dem alten Raiffeisen-Gelände in der Siegener Straße entsteht in den nächsten Monaten mit dem „Frankenberger Tor“ ein Einkaufszentrum, um das lange Jahre gerungen und gestritten wurde. Lag das Projekt mit einem Investitionsvolumen von gut 22 Millionen Euro anfangs in den Händen des Hersfelder Unternehmens Rosco, übernahm nach dessen Ausstieg der niederländische Projektentwickler Ten Brinke die Federführung und trieb ungeachtet des politischen Diskurses um das Einkaufszentrum dessen Planungen voran.

Zudem beschäftigt sich auf Antrag der Frankenberger SPD-Fraktion im Parlament seit Anfang März ein Akteneinsichtsausschuss mit dem umstrittenen Bauprojekt: Das Gremium unter der Leitung von Pierre Brandenstein soll das Zustandekommen des städtebaulichen Vertrags lückenlos aufklären und die Einhaltung der Zielvereinbarungen bezüglich der künftigen Mieter im Frankenberger Tor überprüfen. Mehr als zwei Dutzend prall gefüllte Ordner müssen die Mitglieder des Ausschusses durcharbeiten, Mitnehmen oder Ablichten sind nicht erlaubt. Ergebnisse – offenbar durchaus kritischer Art – sollen während der Jahresabschlusssitzung der Frankenberger Stadtverordneten in der nächsten Woche vorgestellt werden.

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