Es geht um Schmerzensgeld und Schadenersatz

Hochsitz-Streit in Eifa: Zeuge korrigiert Aussage nach Antrag auf Vereidigung

Frankenberger Land. Fortgesetzt wurde am Mittwoch der kuriose Streit zweier früherer Jagdpächter aus Eifa vor dem Frankenberger Amtsgericht.

In einem Zivilverfahren geht es um Schmerzensgeld und Schadenersatz.

Zur Erinnerung: Am 20. Juni 2015 gab es in der Feldgemarkung von Eifa eine handgreifliche Auseinandersetzung. Einer der beiden Jagdpächter hatte durch Zufall erfahren, dass sein ehemaliger Mitpächter auf einem der von ihm beanspruchten Hochsitze auf Wild ansitze. Daraufhin eilte der Beschuldigte zu diesem Hochsitz. Er soll mit einem Knüppel gegen die verschlossene Tür geschlagen und dabei ein seitlich angebrachtes Fenster aus Plexiglas zertrümmert haben.

Der im Hochsitz ausharrende Pächter rief per Handy einen Landwirt aus dem Dorf an und bat diesen um Hilfe. Dieser erschien auch kurze Zeit später, es gab eine handgreifliche Auseinandersetzung.

Die Folge: Der zu Hilfe gerufene Landwirt erlitt laut ärztlichem Attest eine Nasenbein- und eine Schädelprellung sowie eine Schulterverletzung. Der Mann war acht Tage krank geschrieben und fordert nun vor Gericht Schmerzensgeld sowie die Erstattung von rund 700 Euro für landwirtschaftliche Arbeiten, die er infolge seiner Verletzungen in dieser Zeit nicht selbst erledigen konnte und deshalb an andere Personen vergab, die er dafür bezahlen musste.

Sechs Zeugen befragte Richterin Wagner am Mittwoch. Im Ergebnis wird die Sache immer verworrener. Es stellte sich heraus, dass ein 26 Jahre alter Mann, der Heuwendearbeiten ausführte, im Mai die Unwahrheit gesagt hat. Der Nebenerwerbslandwirt hatte von seinem krank geschriebenen Berufskollegen den Auftrag erhalten, dessen Heu zu wenden. Dafür hatte der 26-Jährige 475 Euro in Rechnung gestellt und auch erhalten.

Nach einem Antrag auf Vereidigung dieses Zeugen räumte dieser nun vor Gericht ein, dass er sich in einigen Punkten „vertan“ habe. Er habe nämlich nicht – wie zuvor behauptet – sich bei einem Freund einen Heuwender geliehen und diesem dafür 200 Euro gegeben. Er habe vielmehr einen „alten“ Heuwender des krank geschriebenen Landwirts benutzt, der in einer Feldscheune untergestellt war – diesem aber nicht mehr gehört. Der neue Heuwender des geschädigten Landwirts passe nicht an seinen Schlepper. Der alte jedoch schon, sagte der 26-Jährige.

Der Rechtsanwalt des beschuldigten Jagdpächters zieht nun die Glaubwürdigkeit dieses Zeugen in Frage. Der Anwalt möchte unter anderem wissen, ob der 26-Jährige nur diesen einen Auftrag oder noch weitere ausgeführt und ob er die Rechnung selbst geschrieben habe.

Das Verfahren soll nun vermutlich im November mit weiteren Zeugenbefragungen fortgesetzt werden.

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Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © dpa

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