Filmabend in der freien evangelischen Gemeinde in Wiesenfeld

"Holocaust light gibt es nicht"

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Die Gemeindeleitung der Freien evangelischen Gemeinde Wiesenfeld mit (v.l.) Heinrich Funk, Alexander Hass, Matthias Mahn, Werner Eckel, Günter Beck und Hartmut Puy stellte das Schicksal der Holocaust-Überlebenden Sara Atzmon vor. Foto: vk

Burgwald-Wiesenfeld - Mit dem Holocaust und Judenhass haben sich die Mitglieder der freien evangelischen Gemeinde in Wiesenfeld auseinandergesetzt. Sie sahen gemeinsam einen Film über die Künstlerin Sara Atzmon.

„Das, was damals geschehen ist, darf sich nicht wiederholen“, sagte Gemeindeältester Heinrich Funk (Ernsthausen), als er in Wiesenfeld einen Gedenknachmittag der Freien evangelischen Gemeinde Burgwald eröffnete, in dessen Mittelpunkt der Film „Holocaust light gibt es nicht“ über das Schicksal der jüdischen Malerin Sara Atzmon stand. Es gebe hingegen 70 Jahre nach Kriegsende und der Verbrechen des NS-Reiches vielmehr Grund dankbar dafür zu sein, dass in Deutschland nun schon mehrere Generationen in Frieden leben konnten, hob Heinrich Funk hervor.

Die heute 82-jährige Sara Atzmon geb. Gottdiener hat in mehr 180 Ausstellungen weltweit immer wieder das Thema Holocaust verarbeitet. Ihre Kunst und ihre Lebenskraft widmet sie, wie der Film im Gemeindehaus Wiesenfeld eindrucksvoll zeigte, ganz dem Kampf gegen das Vergessen. Immer wieder sucht sie Begegnungen mit jungen Menschen, hält Vorträge vor Schülern und Studenten, bevorzugt auch in Deutschland. Es dauerte 20 Jahre, bis Sara Atzmon, die den Todeslagern von Auschwitz und Bergen-Belsen entkam, über das dort erlebte Grauen überhaupt sprach.

„Als Christen sind wir schockiert und entsetzt über den Holocaust, aber nicht überrascht über das, wozu Menschen fähig sind“, meinte Pastor Alexander Hass im Anschluss an den gemeinsam gesehenen Dokumentarfilm. Die Reaktion müsse unbedingt sein, sich für Glaubensfreiheit, Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen.

Mehrfach wurde während der Rückschau an diesem Gemeindenachmittag darauf aufmerksam gemacht, dass international der Judenhass wieder zunehme, „selbst in einer Weltstadt wie Paris“, wie Pastor Hass erklärte. Er machte zugleich darauf aufmerksam, dass in Glaubenskriegen gegenwärtig eine weltweite Christenverfolgung zu beobachten sei, die erneut unsägliches Leid und Schrecken verbreite.

Der Film „Holocaust light gibt es nicht“, der im vergangenen Jahr bei einer Sondervorführung im Frankenberger Rathaus bereits vorgestellt worden war, bot auch den Mitgliedern und Gästen der Freien evangelischen Gemeinde Burgwald aus Birkenbringhausen, Ernsthausen und Wiesenfeld bei einer gemeinsamen Kaffeetafel anschließend Anlass für intensive Gespräche.

(vk)

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