Burgwald/Kellerwald

Holzrücken mit Technik aus den Alpen

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- Burgwald/Kellerwald (apa/da). Von wegen winterliche Ruhe im Wald: Wenn das letzte Laub von den Zweigen gefallen ist, geht die Arbeit für Forstwirte erst richtig los: Denn dann ist die richtige Zeit zum Fällen gekommen.

Bäume brauchen Licht. Damit sie davon im Sommer möglichst viel bekommen, wird bereits im Winter besonders viel im Wald gearbeitet. Denn vor allem Laubbäume können nur in der kalten Jahreszeit gefällt werden, weil sie dann kein Laub haben. Harvester und Rückeschlepper sind derzeit im Dauereinsatz in heimischen Wäldern.

Doch am Würzeberg zwischen Ernsthausen und Roda ist für sie kein Durchkommen: Die Hänge sind zu steil. Schon vor vier Jahren, bei den Aufräumarbeiten nach „Kyrill“, hat das Burgwalder Forstamt deshalb eine bayerische Firma mit dem Fällen und Rücken beauftragt. Damals kam erstmals eine Seilkrananlage zum Einsatz – und die sorgt auch derzeit dafür, dass am Würzeberg überwiegend Kiefern gefällt und abtransportiert werden können.

Weil die Arbeit im Wald gefährlich ist, haben die Arbeiter die Wege an der Nordflanke des Würzebergs gesperrt – Spaziergänger und Freizeitsportler müssen sich noch bis Ende Januar gedulden. Nach dem Ende der Arbeiten würden die durch die schweren Fahrzeuge aufgewühlten Wege wieder instandgesetzt, erläutert Arno Süssmann vom Forstamt Burgwald. Der Waldboden selbst wird durch den Einsatz des Seilkrans geschont.

Durch eine 130 Meter lange Gasse wird das Holz gezogen, an Bäumen ist die Seilbahn befestigt. „Die Technik gibt es seit über hundert Jahren“, erklärt Wolfgang Hiebl von der Firma Hubert Forst. Doch nördlich der Alpen sei der Seilkran oft noch unbekannt. Für die Firma ist der Burgwald der nördlichste Arbeitsort. Der Einsatz des Seilkrans ist teuer, der Gewinn deshalb vergleichsweise gering, sagt Süssmann. Doch vorrangig gehe es darum, den Wald zukunftsfähig zu machen – also dafür zu sorgen, dass die Bäume möglichst gut wachsen. „Wir helfen den besseren Bäumen“, sagt Arno Süssmann. Das „Prinzip der Nachhaltigkeit“ bleibe dabei gewahrt.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Freitag, 9. Dezember.

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