Diamantene Hochzeit

Honigsüße, geruhsame Liebe

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Haina-Battenhausen - 1951 kennen gelernt, 1953 geheiratet, 2013 noch immer zusammen glücklich. Helene und Heinrich Landgrebe feiern im Kreise ihrer Familie Diamantene Hochzeit.

Helene und Heinrich Landgrebe sind seit 60 Jahren glücklich verheiratet. Am Wochenende kommt zu diesem Anlass auch die Familie zusammen. Gemeinsam wollen sie eine Andacht in der Kirche besuchen.

Kennen gelernt hatten sich Helene und Heinrich 1951 auf einem Sängerfest in Dodenhausen. „Damals waren wir etwa zwanzig Jahre alt“, erzählte Helene Landgrebe. „Heinrich ist danach häufig zu mir gefahren, oft mit dem Motorrad“. Heinrich Landgrebe wurde in Schönstein geboren und zog nach der Hochzeit in das Elternhaus seiner Frau nach Battenhausen. „Helenes Eltern lebten unten im Haus und wir in der oberen Etage. Sie war hier groß geworden und wollte gerne bleiben“, sagte der Jubilar.

Dass sie zusammenziehen und heiraten wollten, hätten sie schnell gewusst, erklärt Helene. Bereits eineinhalb Jahre nach ihrem Zusammentreffen auf dem Fest schlossen sie den Bund der Ehe. „Im Eheleben läuft es nicht immer rund“, sagte Heinrich Landgrebe. „In einer Beziehung ist es wie mit dem Wetter - es ist nicht immer Sonnenschein.“ Es gäbe immer schwierige Zeiten. Aber man stehe so etwas gemeinsam durch und dann käme eben wieder Sonne.

Räumliche Trennung mussten die beiden Eheleute häufig erfahren. 35 Jahre lang arbeitete Heinrich Landgrebe im Wechseldienst bei der Bahn, war zuletzt Lokführer. „Damals habe ich noch bei der ehemaligen Eisenbahn gelernt. Ich habe den Beruf immer sehr gemocht“, sagte er. „Doch war ich dadurch häufig von meiner Frau getrennt.“ Das sei auch ihr nicht immer leicht gefallen, erzählt Helene. Sie sei häufig mit den drei gemeinsamen Kindern alleine gewesen.

„Zum Eheleben gehört auch ein Zusammenraufen“, sagte Helene Landgrebe. Die beiden hätten immer gewusst, was sie aneinander haben. Das Paar ergänze sich gut und könne sich immer auf den anderen verlassen. „Ich habe der Meinung meiner Frau immer vertraut. Wenn ich mir bei Entscheidungen unsicher war, habe ich sie gefragt“, erinnerte Heinrich Landgrebe sich. „Sie hat mit ihrem Gefühl immer recht, darauf kann man sich verlassen.“ Jetzt, wo Heinrich Landgrebe nicht mehr bei der Bahn tätig ist, haben beide mehr Zeit für sich - auch wenn sie ein großes Grundstück haben, das bewirtschaftet werden muss. „Das Pflegen des Grundstücks und des Hauses dauert im Alter viel länger“, merkte Heinrich Landgrebe an.

Seinem großen Hobby könne Heinrich Landgrebe sich nicht so ausschweifend widmen. Seit 1966 ist er Mitglied im deutschen Imkerbund. „Früher habe ich eine ganze Menge Bienenvölker gehabt“, erzählte er. „Heute sind es nicht mehr ganz so viele. Zusätzlich hat der lange Winter ihnen zu schaffen gemacht. Aber für den Eigenbedarf an Honig sind es genügend.“ Früher habe er mit seinem Honig gerne anderen eine Freude gemacht, heute erfreue er sich einfach daran, noch ein paar Bienen betreuen zu können. Helene erzählte, sie sei früher im Landfrauenverein gewesen, den gäbe es nun aber nicht mehr. „Meine Zeit verbringe ich gerne mit Handarbeit - ich habe immer viel gestrickt und genäht“, sagt sie.

Beide genießen es, ihre Tage geruhsam zu verbringen und schätzen besonders die Ruhe und Gemeinschaft des Dorfes. „Wir sind viel gewandert in der Gegend“, erinnerte sich Heinrich Landgrebe. „Am Hohen Lohr haben wir irgendwann jeden Weg gekannt. Auch an der See waren wir oft, mit den Kindern, und haben dort gezeltet“, erzählte er.

Heinrich Landgrebe könne sich nicht vorstellen, in einer größeren Stadt zu leben. „Mein Mann mochte es immer gerne ruhig“, fügte Helene hinzu. In ihrem ruhigen Dorf, umgeben vom Kellerwald, möchten beide viele weitere Jahre gemeinsam verbringen.

Von Carolin Wedler

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