Hospiz in Frankenberg soll acht Todkranken Platz bieten

Abschied nehmen: Wenn todkranke Menschen nicht im Krankenhaus sterben wollen, dann bietet ein Hospiz dazu die Möglichkeit. Eine solche Einrichtung soll nun in Frankenberg im ehemaligen Medizinischen Versorgungszentrum entstehen. Foto: dpa

Waldeck-Frankenberg. Lange wurde diskutiert. Nun nimmt ein stationäres Hospiz in Frankenberg konkrete Formen an.

Das Kreiskrankenhaus soll das Gebäude des ehemaligen Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) an den künftigen Hospizbetreiber verkaufen. Acht Betten für todkranke Menschen sollen dort eingerichtet werden. Ein weiterer Hospiz-Standort in Korbach ist damit aber nicht vom Tisch. Auch dafür laufen weiter Gespräche.

All das wurde am Mittwoch im Finanzausschuss des Kreistags diskutiert. Einstimmig, bei vier Enthaltungen, gaben die Mitglieder grünes Licht für die Verkaufsabwicklung. Die endgültige Entscheidung trifft der Kreistag am 18. Februar.

Seit Jahren wird über ein stationäres Hospiz im Kreis diskutiert. Nun ist mit dem Internationalen Bildungs- und Sozialwerk (BSW), das unter anderem ein Wohnzentrum für Autisten in Volkmarsen verwirklicht hat, ein Betreiber gefunden worden. Dieses hat für das MVZ-Gebäude „Bei der Ledermühle“ in Frankenberg 895 000 Euro geboten.

Mehr, als Gutachter dafür ermittelt hätten, so Landrat Dr. Reinhard Kubat. Allerdings weniger, als das Kreiskrankenhaus für die Immobilie, deren Erwerb einst umstritten war (siehe Hintergrund), als Buchwert in seiner Bilanz führt. Dort stehen 1,15 Millionen Euro. Diesen rechnerischen Vermögensverlust von 250 000 Euro soll der Landkreis dem Kreiskrankenhaus ausgleichen. Das Geld aus dem Verkauf selbst könne man gut als Liquiditätsspritze für die Einrichtung einer neuen Geriatrie-Station nutzen, erklärte Krankenhaus-Geschäftsführer Ralf Schulz. (mam)

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Quelle: HNA

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