Lesefreude Hessen

Hykel entführt Kinder in Bücherwelten

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Rüdiger Richter arbeitet mit Schulen und Kindergärten zusammen, um dem Nachwuchs schon früh die Faszination am Lesen zu zeigen. Dafür ist er mit einem Gütesiegel „Lesefreude Hessen“ ausgezeichnet worden.Foto: Patricia Kutsch

Frankenberg - Die Frankenberger Buchhandlung Gernot Hykel bringt Kindern und Jugendlichen das Lesen näher. Dafür hat Inhaber Rüdiger Richter am Mittwoch in Wiesbaden eine Auszeichnung von der Kulturministerin erhalten.

„Lesen ist etwas so wunderschönes“, sagt Rüdiger Richter. Deswegen möchte er schon kleine Kinder für die Welt der Bücher begeistern - bevor er sie an Computer verliert. Der Buchhändler organisiert daher Autorenlesungen in Kindergärten und Grundschulen. Am Welttag des Buches geht er in Schulen, liest vor, erzählt von Büchern und macht ein Quiz, bei dem die Kinder natürlich Lesestoff gewinnen können.

Seit drei Jahren verschenkt Richter Lesetüten an Erstklässler. Darin: kleine Bücher, Lineale, Stifte und Radierer. Mit den kurzen Texten will er Kindern zeigen, dass sie schon früh ganze Geschichten selbst lesen können und so die Lust am geschriebenen Wort wecken. Sein schönstes Erlebnis hatte er bei der jüngsten Schulbuchaktion: „Ich habe am nächsten Tag meine Tochter zur Schule gebracht. Da stand ein Mädchen vor mir und fragte, ob ich ihre Lesetüte wieder auffüllen kann, weil sie die Bücher schon gelesen hat.“

Die Buchhandlung Gernot Hykel bekam am Mittwoch in Wiesbaden das Gütesiegel „Lesefreude Hessen“, weil Richter sich mit derartigen Aktionen für die Leseförderung bei Kindern und Jugendlichen einsetzt. Bereits zum zweiten Mal erhielt die Frankenberger Buchhandlung die Auszeichnung, die von der hessischen Kultusministerin Nicola Beer und Andreas Auth vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels überreicht wurde.

„Lesen ist eine Kernkompetenz“, sagt Richter. Zudem hänge die Lesefähigkeit mit den Lernfortschritten in der Schule zusammen. „Ich versuche, das mit meinen Mitteln früh zu fördern“ - natürlich entstehe auch eine besondere Form der Kundenbindung: Richter merkt, dass durch die Aktion mehr Kinder in seinen Laden kommen. Wichtig sei ihm aber auch, dass die Eltern ihrem Nachwuchs vorlesen und sie so ebenfalls an Bücher heranführen.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Marburger Filiale der Buchhandlung Jakobi. „Die Zusammenarbeit mit Schulen liegt uns am Herzen“, sagt Filialleiter Wolfgang Dietz. Die Buchhandlung übernimmt etwa die Auswahl und Ausstattung einer Schulbibliothek mit Büchern und Hörbüchern. Zudem möchte Dietz das Vorlesen stärken: „Viele Eltern haben Angst davor. Das können sie aber lernen.“ In kleinen Gruppen bietet er daher Vorlese-Training an.

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