Allendorf und Bromskirchen bekommen 300.000 Euro

Innenminister Beuth übergibt Geld

+

Bromskirchen. - Von einem „bedeutenden Ereignis“ sprach Bromskirchens Bürgermeister Karl-Friedrich Frese, Landrat Reinhard Kubat würdigte gar ein „historisches Ereignis“: Zum 1. Januar 2015 legen Allendorf und Bromskirchen ihre Verwaltungen zusammen. In Hessen ist das bislang einmalig, und deshalb brachte Innenminister Peter Beuth am Samstag einen Bescheid über 300 000 Euro nach Bromskichen.

Mit dieser Summer würdigt das Land die Vorreiterrolle der beiden Kommunen. Die Verwaltungsgemeinschaft soll andere Gemeinden anspornen, ähnliches zu tun und von den Erfahrungen aus dem Oberen Edertal zu profitieren. Am Samstag übergab Peter Beuth den Bewilligungsbescheid im Bromskirchener Dorfgemeinschaftshaus.

„Eine neue Ära kommunalenMiteinanders beginnt“, sagte Karl-Friedrich Frese. Er erinnerte an den Beginn der Zusammenarbeit: 2008 stellten beide Gemeinden gemeinsam das Haushaltswesen um, 2009 legten sie die Gemeindekassen zusammen, 2012 die beiden Standesämter. Auch Steuerangelegenheiten und Personalverwaltung sind zusammengeführt. Vor zwei Jahren fassten die Bürgermeister den Entschluss, nach Möglichkeiten noch intensiverer Zusammenarbeit zu suchen: „Aber eine Ebene unter der Fusion, denn dann wären wir gescheitert“, sagte Frese. Beide Kommunen sollten sich „auf Augenhöhe“ begegnen. Auf gar keinen Fall sollte Bürgernähe eingeschränkt werden.

Der Bromskirchener Bromskirchener Bürgermeister wies erneut auf den Druck hin, der durch die landesweite Aufmerksamkeit auf der Verwaltungsgemeinschaft lastet. „Es muss ein Erfolg werden.“ Peter Beuth verwies auf die seit Jahrzehnten bestehende Zusammenarbeit von Kommunen in ganz Hessen zum Beispiel in den Bereichen Wasser oder Abwasser. Die von Allendorf und Bromskirchen gewählte Form sei „etwas Herausragendes“.

Die Kommunen seien „ein gutes Beispiel und Vorbild. Es ist ein spannendes Pilotprojekt. Sie sind Pioniere“. Seine mit einem Augenzwinkern vorgetragene Bitte an die Bürgermeister, Gemeindevertreter und Mitglieder der Verbandsversammlung: „Geben sie nicht gleich alles am 1. Januar aus.“

Zusammenarbeit ja, Fusion nein: Die Identität der Orte müsse erhalten bleiben, sagte die CDU-Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg und erinnerte an den gescheiterten Vorstoß der früheren Bürgermeister in Battenberg und Hatzeld, Heinfried Horsel und Uwe Ermisch zur Fusion. Allendorfs Bürgermeister Claus Junghenn appellierte an Peter Beuth, an die Kommunen „nicht ganz so strenge Erlasse“ weiterzugeben. Er hatte bei der Einbringung des Gemeindehaushalts heftige Kritik wegen der Neuordnung des kommunalen Finanzausgleich geübt (FZ berichtete). „Man muss den Kommunen Spielraum lassen für Entscheidungen. Wenn man Luft zum Atmen lässt, kommt was Gutes bei raus.“

Von Mark Adel

Kommentare