Frankenberg: Programm zum Stadtumbau hat begonnen

Die Innenstadt wieder zur Mitte machen

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Der Obermarkt mit dem dem historischen Rathaus soll aufgehübscht werden.Foto: Mark Adel

Frankenberg - Das Gesicht der Stadt wandelt sich - und die Bürger können dabei mitwirken, im Rahmen des Programms "Aktive Kernbereiche". Bürgermeister Rüdiger Heß und Bauamtsleiter Karsten Dittmar setzen darauf, dass das Engagement noch wächst - bislang ist das Interesse nämlich verhalten.

Das „Gesicht“ der Innenstadt wandelt sich rasant. Das Frankenberger Tor ist fertig, der Bahnhofsvorplatz ebenso, auch die Anbindung in Richtung Fußgängerzone. Mit der Ederöffnung ist im Sommer begonnen worden. Mit Hilfe von Landeszuschüssen nimmt die Stadt Geld in die Hand. Doch das allein reicht nicht: Bürgermeister Rüdiger Heß setzt darauf, dass die Hausbesitzer mitziehen und ihrerseits das Förderprogramm „Aktive Kernbereiche“ nutzen. „Dabei geht es um mehr als nur die viel diskutierte Fußgängerzone“, sagt der Rathauschef.

An deren „große Zukunft“ glaubt er weiterhin. Doch das Programm umfasst den gesamten Altstadtkern, wozu auch die „alte“ Neustadt gehört. Heß verspricht sich viel von dem Umbauprogramm: „Wir holen die Mitte in die Kernstadt zurück.“ Dazu gehörten auch Ober- und Untermarkt, ebenso die Steingasse als Verbindung zur Fußgängerzone. Gibt es bislang „nur“ das historische Rathaus und ein eher kleines gastronomisches Angebot, so soll sich das innerhalb der nächsten Jahre ändern, damit für Besucher der Weg durch die Fußgängerzone bis zu den beiden Märkten lohnt. Die Fußgängerzone soll schon nächstes Jahr fertig sein, ein genauer Zeitplan für die anderen Arbeiten ist noch nicht abgestimmt.

Bis zum Jahr 2024 läuft das Förderprogramm, von dem auch Privatleute investieren können - und aus der Sicht von Bürgermeister Heß und Bauamtsleiter Dittmar auch sollten, denn wann wieder ähnliche Zuschüsse fließen, ist völlig offen. Noch vermisst Heß allerdings die Beteiligung der Bürger. So war die Beteiligung am Forum trotz 5420 verschickter Einladungen gering. „Wir brauchen aber den Input“, betont er.

Stadt und Privatleute können auf die Unterstützung von Fachleuten zurückgreifen. Schritt für Schritt soll sich das Gesicht wandeln, sollen Ober- und Untermarkt besser mit der Fußgängerzone verbunden werden. „Da macht es Spaß, zu flanieren.“ Er verweist auf die „große Dynamik“, die die Stadtentwicklung aufgenommen hat. „Wer hätte vor zwei Jahren gedacht, dass das Bahnhofsumfeld einmal so aussieht.“ Dabei müsse man aber „auch mal querdenken“. „Man kann noch viel rauskitzeln“, ergänzt Karsten Dittmar.

Auch das Parkhaus ist Bestandteil der Überlegungen. Wie es einmal aussieht, ist noch offen. Fest steht aber: Es soll auch dort etwas passieren. Dr. Wolfgang Haensch vom Kölner Büro Cima betreut die Stadt Frankenberg beim Programm „Aktive Kernbereiche“. „Cima“ hat für das Programm mit „Umbau-Stadt“ eine Bürogemeinschaft gebildet. „Das Leitbild ist fertig“, sagt Haensch. „Jetzt geht es ans Ausfeilen der Konzepte.“

In seinen Augen fehlt es noch an „Erlebnisqualität“ in der Altstadt. Touristen sollen sich ebenso wohlfühlen wie Bewohner, für die die Innenstadt attraktiver werden soll. „Das Gesamtpaket stimmt noch nicht.“ Die bestehenden Geschäfte an der Steingasse könnten etwa um weitere kleine, inhabergeführte Läden ergänzt werden.

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