Seniorenheim bei Frankenau droht die Schließung

Insolvenzantrag für die Wesemühle gestellt

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Das Altenheim „Wesemühle“ Frankenau hat massive finanzielle Probleme und hat Insolvenzantrag gestellt. Foto: Andrea Pauly

Frankenau - Das kleine Altenpflegeheim im Wesetal steht in seiner bisherigen Form vor dem Aus: Der Geschäftsführer hat Insolvenzantrag gestellt. Die Pflege und Betreuung der Bewohner ist bis auf Weiteres aber sichergestellt, sagte Hartmut Mitze.

Der vorläufige Insolvenzverwalter sucht in enger Abstimmung mit der Heimaufsicht bereits nach einer Lösung für den Erhalt des Seniorenheims, die den Bewohnern und den Mitarbeitern eine Perspektive bietet. Derzeit leben 19 Senioren in der Wesemühle, die 24 genehmigte Betten hat. Insgesamt 21 Mitarbeiter - darunter auch Teilzeit- und Aushilfskräfte - sind in der Wesemühle beschäftigt, außerdem der Geschäftsführer.

„Die Pflege und Betreuung der Bewohner ist bis auf Weiteres sichergestellt“, sagte Hartmut Mitze. Er nannte als maßgeblichen Grund für die drohende Insolvenz die Größe des Hauses: Die beste Wirtschaftlichkeit in Seniorenheimen sei bei etwa 50 Betten zu erreichen, also der doppelter Anzahl der Plätze, die in der Wesemühle vorhanden - und nicht einmal völlig ausgelastet - sind. Eine realistische Chance, den Betrieb des Altenheimes zu erhalten, sei die strategische Zusammenarbeit mit einem großen Partner. Er sei „verhalten optimistisch“, sagte Mitze.

Der nicht sonderlich moderne und etwas verwinkelte Zustand der Wesemühle ist laut Mitze kein Grund für die finanziellen Probleme: Die Heimaufsicht habe die 24 Betten nach wie vor genehmigt, ein Fahrstuhl sei vorhanden und auch der Brandschutz stelle kein Problem dar, betonte Mitze.

Am Wochenende hatten Unbekannte die Autos des Betreiber-Ehepaars in Brand gesteckt (wir berichteten). Mitze sieht durchaus einen Zusammenhang zum Insolvenzantrag, der bereits zuvor gestellt wurde, und zeigte sich entsetzt: „Das geht deutlich über einen Dumme-Jungen-Streich hinaus und setzt nachhaltige kriminelle Energie voraus“, sagte der Anwalt im FZ-Gespräch. Die Kriminalpolizei ermittelt. Sollte der Täter gefasst werden, steht diesem eine Strafe von einem bis zu zehn Jahren Haft bevor.

„Der Magistrat hat beschlossen, dem Betreiber und Insolvenzverwalter jegliche Unterstützung zukommen zu lassen“, teilte Bürgermeister Björn Brede mit. „Im Sinne der Bewohner und Mitarbeiter muss eine Fortführung des Alten- und Pflegeheim das oberste Ziel sein.“ Er betonte, dass viele Menschen wollen die Frankenauer Gemarkung nicht verlassen wollten. Der Rathauschef verwies auch auf die Tatsache, dass die Stadt erst im vergangenen Jahr den Wirtschaftsweg zur Mühle erneuert und damit den Betrieb unterstützt habe. „Im Falle einer Schließung müsste zwingend ein Ersatzbau in Frankenau geschaffen werden.“ Allerdings liege die Hoffnung in der Fortführung des Betriebes.

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