Flüchtlinge entfernen giftiges Jakobskreuzkraut bei Somplar

Integration und Tierschutz kombiniert

Somplar - Das Übel an der Wurzel packen: Dieses Sprichwort haben fleißige Ehrenamtliche in der Vergangenheit in die Tat umgesetzt und eine große Fläche von dem für Tiere giftigen Jakobskreuzkraut befreit. Die Besonderheit: Fünf der sieben Helfer sind Flüchtlinge.

Der Bürgerhilfe-Verein „Wir für uns“ bemüht sich nicht nur darum, älteren und einsamen Menschen das Leben zu erleichtern, sondern bemüht sich auch um eine Willkommens- und Integrationskultur für Flüchtlinge - vor allem jene, die in Somplar leben. In der vergangenen Woche haben Burkhard Zeunert und Sabine Humer vom Verein die Tatkraft und Langeweile von fünf jungen Männern genutzt und sie um Hilfe für eine anstrengende Aktion gebeten, die dem Tierschutz zu Gute kommt.

Giftig vor allem für Rinder und Pferde

Mit Hacken, Müllsäcken und Handschuhen ausgerüstet machten sich Burkhard Zeunert, Sabine Humer sowie zwei Flüchtlinge aus Albanien und drei aus Eritrea daran, eine große Fläche von Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) zu befreien.

Dabei handelt es sich um eine Pflanze, die vor allem Tierhaltern seit einigen Jahren durch ihr gehäuftes Vorkommen große Sorgen bereitet. Denn die Pflanzen enthalten eine Form von Alkaloiden, die in der Leber zu toxischen Stoffen umgewandelt werden. Dies gilt nicht nur für die frische Pflanze, sondern auch in Heu oder Silage. Jakobskreuzkraut in Rinder- und Pferdefutter kann bei den Tieren zu schweren Leberschäden führen.

Das Areal hinter dem Parkplatz von Ante-Holz nahe der Frankenberger Straße war übervoll von Jakobskreuzkraut, das teil schon auszusamen begann und deshalb besonders achtsam entfernt werden musste.

An zwei Tagen waren Sabine Humer und Burkhard Zeunert vom Bürgerhilfe-Verein jeweils zwei Stunden lang mit den fünf Asylbewerbern in Aktion und stachen die Pflanzen samt Wurzeln mit Hilfe von Hacken und Spaten aus der Erde. Mehr als 20 Säcke stopften sie voll, um die Pflanzen in der Kompostierungsanlage in Geismar zu entsorgen. Denn eine Entsorgung auf dem Kompost oder gar in der Natur ist kontraproduktiv: Die entwurzelten Pflanzen kommen schon nach wenigen Tagen zur Notreife und bilden Samenstände.

„Etwas Positives für den neuen Lebensraum getan“

Zum Abschluss der Aktion lud Sabine Humer die sechs Helfer zum Mittagessen und Kaffeetrinken ein. Dabei gab es einen regen Austausch und viel zu lachen.

„Ein kleiner Anfang und Erfolg gegen die weitere Verbreitung war diese Beseitigung dieser Giftquelle“, bilanzierte Burkhard Zeunert. Aber der Erfolg hat für ihn noch eine weitere Ebene: „Die Aktion hat Spaß gemacht, die Asylbewerber haben für ihren neuen Lebensraum etwas Positives im Rahmen der Bürgerhilfe getan, können stolz sein und haben die Gemeinschaft genossen.“

(von Andrea Pauly)

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