Dänen bauen bei Altenlotheim

Internationale Hilfe beim Wiederaufbau

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Frankenau-Altenlotheim - Eineinhalb Wochen lang haben acht junge Männer und eine Frau aus Dänemark jeden Tag im Nationalpark gearbeitet. In dieser Zeit haben sie unter fachkundiger Anleitung die Henning-Hütte am Fahrentriesch wiederaufgebaut.

Es ist schon jetzt abzusehen, wie groß die neue Hütte am Fahrentriesch wird: Die Giebelbalken befinden sich knapp sechs Meter über dem Boden. In den vergangenen Wochen haben neun junge Leute aus Dänemark den Rohbau für eine Rasthütte errichtet. Angeleitet wurden sie von zwei Lehrern sowie Oliver Obermann und Mareike Schulze vom Nationalpark.

Das Gebäude, das sie errichtet haben, ist nicht neu: Es handelt sich dabei um einen Schuppen, die bis zum Dezember noch in einem ganz anderen Teil des Nationalparks Kellerwald-Edersee stand: Im Henning-Tal nahe der Bathildishütte im heutigen Weltnaturerbe-Gebiet.

Markant und historisch

Dort ist alles entfernt worden, was nicht von Natur aus dorthin gehört - zum Schluss auch die Hütte, erläuterte Nationalparkleiter Manfred Bauer. "Aber um den Schuppen hat es uns leid getan", ergänzt er. Denn es handele sich dabei um ein markantes Gebäude von historischem Wert. Früher lagerten die Jäger darin Wildfutter. Wolfgang Kommallein, Sachgebietsleiter Wild, Wald und Wege im Nationalparkamt, erläuterte, das Gebäude sei weit über 50 Jahre alt und erinnere daran, dass die Fütterung von Wild einmal sehr gebräuchlich war. Zudem passe das Gebäude sehr gut in den Nationalpark, denn es sei inklusive der Nägel vollständig aus Holz gefertigt, sagt Wolfgang Kommallein.

Die Entscheidung für den Fahrentriesch hat mehrere Hintergründe: Einerseits ist die alte Heide- und Hutefläche nahe Altenlotheim ein Besuchermagnet im Nationalpark, andererseits sei die bis dato vorhandene Wanderhütte nicht sehr ansehnlich gewesen.

Arbeit, aber auch viel Spaß

Die alten Bestandteile der Henning-Hütte - Balken, Ziegel und weitere Holzteile - haben die Jugendlichen aus Dänemark beim Wiederaufbau am Fahrentriesch so weit möglich wiederverwendet und durch neue Balken verstärkt. Wolfgang Kommallein freut sich über die helfenden Hände im Nationalpark: Ansonsten wäre der Wiederaufbau der Hütte sicherlich erst viel später erfolgt, mutmaßt er.

Bis eine Woche vor ihrer Abreise wusste Maria - die einzige Frau in der Gruppe aus Dänemark - noch nicht, was genau sie im Nationalpark erwarten würde. "Wir wussten nur, dass wir hier helfen", berichtet die 19-Jährige. Gleich am ersten Tag gruben die jungen Leute tiefe Löcher, die dann mit Beton aufgefüllt wurden - dort setzten sie später die Balken ein, die die Hütte tragen. Die Jugendlichen schliffen die Balken ab, bauten Einzelteile zusammen und passten die zusätzlichen Balken an. "Ich wäre gerne nochmal zwei Wochen hier geblieben", sagt Maria - auch wegen des Wetters habe ihr die Zeit im Nationalpark viel Spaß gemacht. Nach dem Arbeitseinsatz waren sie jeden Tag in der Region unterwegs: Im Hochseilgarten in Willingen, in Kassel und Bad Wildungen. Sie spielten Fußball, fuhren Mountainbike oder erkundeten den Nationalpark.

Heute reisen die Jugendlichen und ihre Lehrer wieder ab. Ganz fertig geworden sind sie zwar nicht. Doch bis zum Nationalparkfest am 20. Mai soll die neue, alte Wanderhütte fertig sein.

Der erste Besuch aus Dänemark soll nicht der letzte sein: Die Zusammenarbeit sei so harmonische und sinnvoll, dass sich Wolfgang Kommallein schon jetzt eine Fortsetzung gut vorstellen kann.

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