Interview: Bürgermeister Heß über Frankenberger Leitbildprozess

Bürgermeister Rüdiger Heß

Frankenberg. Die Anfänge waren schwierig, der Abschluss etwas versöhnlicher: Nach monatelangen Diskussionen mit Bürgern der Stadt, ein neues Leitbild für Frankenberg zu erstellen, ist letztlich eine Broschüre mit den Ergebnissen zusammengestellt worden.

Mit Frankenbergs Bürgermeister Rüdiger Heß führten wir ein Interview zu dem Leitbildprozess.

Herr Heß, vor einem Jahr hat in Frankenberg die zweite Leitbild-Diskussion begonnen, nach der Agenda 2000. Wie lautet Ihr bisheriges Urteil zu dieser neuen Diskussion?

Rüdiger Heß: Ich persönlich hätte mir mehr Moderation für die Arbeitsgruppen gewünscht. Das hat beim Agenda-Prozess vor 13 Jahren einfach viel besser geklappt. Damals hatte ein externes Fachbüro jede einzelne Sitzung der Arbeitsgruppen begleitet und moderiert. Beim aktuellen Leitbildprozess wurde dagegen auf die freie Entfaltung der Arbeitsgruppen erhöhter Wert gelegt, es wurden seitens des Moderators keine festen Vorgaben gemacht. Das freie und unmoderierte Arbeiten in den Gruppen war allerdings Bestandteil des Leitbild-Konzeptes des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. Das Konzept war noch von meinem Amtsvorgänger beauftragt worden, sodass mir persönlich weitgehend die Hände gebunden waren. Dennoch habe ich in mehreren Gesprächen mit dem Moderator versucht, mehr Struktur in den Prozess zu bringen, was letztlich noch zu einem versöhnlichen Ende für alle Beteiligten geführt hat.

Hat die Diskussion für die Stadt realisierbare Ergebnisse gebracht?

Heß: Zunächst muss ich dazu anmerken, dass es eigentliches Ziel des Leitbildprozesses war, den Bürgern vor Augen zu führen, dass die Stadt aufgrund der derzeitigen Haushaltssituation nicht mehr alle Aufgaben in gewohnten Maße durchführen kann, dass wir um Einsparungen nicht herum kommen werden. Im Rahmen des Leitbildprozesses sollte eigentlich darüber diskutiert werden, welche Ausgaben die Stadt in Zukunft einsparen könnte und welche Aufgaben von der Bürgerschaft weiterhin als wichtig angesehen werden. Und natürlich auch, welches Spektrum aus Initiativen der Bürger abgedeckt werden kann.

Und welches Ergebnis ist dabei herausgekommen?

Heß: Fasziniert hat mich, dass die Vorstellungen der Kommunalpolitiker und der Bürger weitgehend identisch sind. Beispielhaft sei dazu die Aufwertung der Fußgängerzone und des Bahnhofgeländes genannt. Beide Maßnahmen wurden bei der Leitbilddiskussion am höchsten gevotet – und genießen auch oberste Priorität in der Politik. Beide Projekt wollen wir noch 2014 umsetzen. Die Planungen laufen bereits. Als weitere Beispiele für realisierbare Ergebnisse seien der Aufbau eines Energiekonzepts, die Pflege des Burgberges, des Teichgeländes und der Großen Wehrweide genannt. Alle Maßnahmen sind bereits in Planung oder Umsetzung. Insofern haben sich die Meinungen der Bürgerschaft und der Kommunalpolitik ergänzt und gegenseitig befruchtet.

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Quelle: HNA

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