Sanierung der Battenberger Sporthalle

Investition in die sportliche Zukunft

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Seit gut 30 Jahren in Betrieb und bislang nie saniert: die Battenberger Großsporthalle.

Battenberg - Sie ist doppelt so alt wie die ältesten Schüler, die in ihr Sport treiben: Für rund 2,2 Millionen Euro saniert der Landkreis seit Montag die Battenberger Sporthalle neben der Gesamtschule. Etwa ein Jahr müssen Schüler und Vereine auf die Halle verzichten.

Sie gehörte Anfang der 1980er-Jahre zu den modernsten Sporthallen im Landkreis – und 2015 soll sie wieder in diesen Kreis aufsteigen: die Großsporthalle der Battenberger Gesamtschule. Dass seit ihrer Fertigstellung im Jahr 1980 bis auf einige kleinere Reparaturen im Sanitärbereich keine Renovierungsarbeiten nötig waren, mag für die Qualität des Bauwerks sprechen – dennoch ist sie längst nicht mehr zeitgemäß.

Den letzten Schulsport absolvierten die Battenberger Gesamtschüler am Freitag in der Halle direkt neben dem in den vergangenen Jahren ebenfalls sanierten Schulgebäude. Jetzt wird das Gebäude umfassend erneuert. Ein Jahr lang müssen die Jugendlichen auf andere Hallen ausweichen: Die Grundschule stellt für kleinere Einheiten ihre Gymnastikhalle bereit, im Sommer geht es ohnehin auf die soeben fertiggestellten Außenanlagen, im Winter bedarf es dann einer gewissen Kreativität im Lehrplan. „Doch dafür haben die Battenberger Schüler im Frühjahr wieder eine hochmoderne Sporthalle“, freut sich der Erste Kreisbeigeordnete Jens Deutschendorf.

Es gibt viel zu tun. Und so ist es wenig verwunderlich, dass zeitgleich die Baustelle eingerichtet, bereits die alte Haustechnik ausgebaut und erste Elemente der neuen Belüftungsanlage eingebaut werden. Fachleute kürzen Metallrohre und hängen sie unter die Decke, Kollegen montieren Armaturen, Brandmelder und die Beleuchtung der Fluchtwege ab. Denn vieles soll sich ändern in der Halle.

Undichtes Hallendach

„Wir haben eine illustre Dachlandschaft“, nennt Projektleiterin Simone Jungermann eine der Hauptaufgaben der nächsten Monate: Mal Schrägdach, mal Flachdach, gemischte Materialien, weist die Dachkons­truktion diverse undichte Stellen auf. Daher soll das ganze Dach erneuert werden. Nicht nur soll es künftig den gängigen energetischen Anforderungen entsprechen, sondern auch ein neues Beleuchtungskonzept aufweisen. „Beleuchtet wird hier ohnehin immer künstlich“, sagt Jungermann. Deshalb werden die beiden Lichtbänder geschlossen. Stattdessen entstehen zwölf Lichtkuppeln, die sich im Brandfall automatisch öffnen und Rauch ablassen. Modernisiert wird aber auch das künstliche Licht.

Ein weiterer Schwerpunkt ist der Hallenboden an sich. „Stark abgängig“, wie es im Behördendeutsch heißt, ist er eigentlich kaum mehr zu nutzen. Deshalb bekommt die Halle neben einem Prallschutz an den Wänden eben auch einen komplett neuen Boden. Anders als etwa in Gemünden spart sich der Landkreis einen gesonderten Bodenschutz für die Halle, die künftig bei Großveranstaltungen bis zu 1600 Menschen fassen können soll. „Das ist auch allein lagerungstechnisch schwer“, sagt Udo Weitekemper vom Gebäudemanagement des Kreises.

Die große Masse an möglichen Hallenbesuchern erfordert zudem ein ausgeklügeltes Fluchtwege-Konzept. Insgesamt zwei neue Fluchtwege sollen entstehen. Dazu wird die Wand zum Schwimmbad hin etwas nach außen gezogen. Die Tribüne wird größer – und bietet Raum für zwei Fluchttreppen, die direkt ins Freie führen. Nebeneffekt: Auch das schmale Foyer der Halle wird größer.

Kritik vom TSV Battenberg

An diesem Punkt setzt die Kritik des TSV Battenberg an. Sportlich biete die Halle alles, was nötig sei, freut sich der Vorsitzende Burkhard Specht. Und doch hätte er sich eine engere Absprache mit dem Kreis als Bauträger gewünscht: „Die Bedürfnisse an eine Halle haben sich gewandelt“, sagt er. Viele Vereine und Sparten würden die Halle nutzen – und stets komme der Wunsch nach einer kleinen Cafeteria auf. „Im Nebenraum, wo wir das machen, ist es immer kalt und das Spielgeschehen ist nicht zu sehen“, kritisiert er. Auf der Tribüne sei künftig genügend Platz, einen kleinen Imbiss-Bereich zu errichten – doch der Verein sei auf taube Ohren gestoßen.

Dafür genießen die Sportler künftig vor und nach dem Spiel einige Vorteile. Bislang etwa gibt es drei Umkleide-Bereiche – für jedes Hallenfeld einen. Doch die Duschen sind stets von den Herren- wie den Damenumkleiden zugänglich. Sie werden also verkleinert und insbesondere getrennt. Dabei werden auch die Versorgungsleitungen für Wasser, Heizung und Elektronik erneuert.

Der Kreis gibt für die Modernisierung der Battenberger Halle knapp 2,2 Millionen Euro aus, rund 325000 Euro davon sind Fördergeld. „Es ist wegen der Größe eines der wenigen Projekte, die wir unter Eigenregie umsetzen“, sagt stolz Udo Weitekemper.

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