777 Jahre Wiesenfeld: Heimatabend als Auftakt des Festjahres

Extra fürs Festjahr gegründet: Der Projektchor unter der Leitung von Frank Leyhe (links) sang beim Heimatabend einige Lieder. Dafür gab es viel Applaus.

Wiesenfeld. Im hohen Mittelalter, im Jahr 1238, einer unruhigen Zeit mit Kreuzzügen und Kriegen, taucht das kleine Örtchen Wiesenfeld bei Frankenberg erstmals in der Geschichte auf.

Zuerst befand sich dort, wo heute Wiesenfeld liegt, ein Johanniter-Kloster. Karl-Hermann Völker aus Wiesenfeld informierte die über 100 Geschichtsinteressierten, die am Freitag zum Heimatabend ins Wiesenfelder Dorfgemeinschaftshaus gekommen waren, mit einem reich bebilderten Vortrag über die Geschichte des Ortes.

Die Veranstaltung bildete nach der Silvesterfeier den Auftakt zum Festjahr 2015. Das ganze Jahr lang soll es Veranstaltungen unter dem Motto „777 Jahre Wiesenfeld“ geben. Sogar ein Projektchor wurde extra für das Festjahr gegründet. Er trug beim Heimatabend am Freitag unter der Leitung von Frank Leyhe einige Lieder vor.

Extra fürs Festjahr gegründet: Der Projektchor unter der Leitung von Frank Leyhe (links) sang beim Heimatabend einige Lieder. Dafür gab es viel Applaus.

Ein Festwochenende vom 5. bis 7. Juni, soll den Höhepunkt des Festjahres bilden, aber auch der traditionelle Kräutermarkt, der am Sonntag, 16. August, stattfinden soll, wird sicherlich interessant.

Der Heimatabend stand ganz im Zeichen der Geschichte. „Sie führt uns zurück zu unseren Wurzeln, deren Spuren bis in die Gegenwart hinein zu finden sind“, sagte Ortsvorsteher Günter Beck, als er die Gäste begrüßte. Bevor Karl-Hermann Völker mit seinem Vortrag startete, überreichte er Beck eine CD mit den ersten 300 digitalisierten Dias aus der Geschichte Wiesenfelds, viele Hundert warten noch auf die Digitalisierung.

Im ersten Teil seines Vortrages zeichnete Völker grob die Geschichte der einstigen Johanniter-Kommende bis zum heutigen Dorf nach. Besonders geprägt wurde die Wiesenfelder Geschichte von französischen Glaubensflüchtlingen. Im 17 Jahrhundert flohen nach der Aufhebung des Ediktes von Nantes viele Hugenotten und Waldenser aus Frankreich in die deutschen Länder. Etliche wurden bei dem ehemaligen Kloster angesiedelt. Noch heute leben viele ihrer Nachkommen in Wiesenfeld und Umgebung.

Vor allem auf die Geschichte der Kirche und der Schule ging Völker ein. Nach der Reformation wurde das Kloster mit der Kirche verpachtet und anderweitig genutzt. Die ehemalige Klosterkirche wurde von 1906 bis 1908 aufwendig renoviert.

1838 wurde erstmals eine Schule in Wiesenfeld gegründet. Zunächst wurde hier noch gelernt, Deutsch und Französisch zu schreiben.

Im zweiten Teil des Vortrages gab es jede Menge Fotos zu sehen, die das Dorfleben im 20. und 21. Jahrhundert illustrieren. Gerade die älteren Zuschauer hatten hieran Freude, da sie sogar auf den alten Schwarz-Weiß-Fotografien bekannte Gesichter ausmachen konnten.

Von Juliane Becker

Quelle: HNA

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