50 Jahre Ziegenbockkirmes in Frankenau: Es gab immer feste Regeln

Kirmeswagen: Auch junge Frauen aus Frankenau, die damals aber noch keine Kirmesmädchen waren, zogen durch den Ort.

Frankenau. Am kommenden Mittwoch beginnt in Frankenau die Ziegenbockkirmes. In diesem Jahr steht sie unter einem besonderen Stern, denn sie feiert ihr 50-jähriges Bestehen. Die HNA blickte mit zwei Gründungsvätern der Kirmesburschen zurück.

Es gab schon den einen oder anderen heiklen Moment in der Geschichte der Frankenauer Ziegenbockkirmes. „Als wir ein paar Jahre Erfahrungen mit der Kirmes hatten, dachten wir uns, dass uns auch mal ein Schausteller mit Karussell gut stehen würde“, sagt Gerhard Keute. „Also engagierten wir einen. Als der aber am Tag vor dem Fest nicht da war, ging uns die Muffe. Wir sind in die Nähe von Gießen gefahren, wo der Schausteller mit seinem Karussell auf einem anderen Fest weilte. Er hatte nicht wirklich Lust, nach Frankenau zu kommen. Ein Verwandter des Schaustellers ist dann eingesprungen, und so hatten wir am nächsten Tag doch ein Karussell.“

Geschichten wie diese erzählt Gerhard Keute gerne, wenn er an die Anfänge der Frankenauer Ziegenbockkirmes zurück denkt. Keute ist einer der Gründungsväter der Kirmesburschen, die das Fest, das in diesesm Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, aus der Taufe gehoben haben. „Gefeiert wurde in Frankenau schon immer gerne. Der Sportverein hat ein ähnliches Fest damals organisiert. Irgendwann gab es aber nur noch Tanz“, erinnert sich Keute. „Aus diesem Grund haben wir uns 1964 mit neun jungen Männern aus Frankenau zusammengetan, um eine größere Kirmes zu veranstalten. Wir wollten mit dem Fest auch an die früheren Märkte in Frankenau erinnern.“

Am Anfang war es noch eine Ziege: Gerhard Keute samt Tier beim zweiten Kirmesumzug im Jahr 1965.

„Die ersten Tiere, die den Festzug angeführt haben, waren Ziegen“, wirft Volkmar Caspar ein. Er gehört auch zu den Gründungsvätern der Kirmes. Erst nach acht, neun Jahren habe man erstmals einen Ziegenbock beim Umzug gehabt. „Wir haben damals alles selber gemacht. Vom Bierausschank bis hin zum Würstchenbraten“, weiß Caspar. Zu Werbezwecken sei man mit den Kirmesplakaten durch die Gegend gefahren und habe diese aufgehängt. „Da sind wir das eine oder andere Mal auch in einer Gastwirtschaft hängen geblieben und der Zeitplan wurde ein bisschen durcheinander gewirbelt“, sagt Caspar mit einem Lächeln.

Dass es bei den Frankenauer Kirmesburschen bestimmte Regeln geben musste, war allen Gründern klar. So gilt bis heute: Jeder der heiratet, muss die Kirmesburschen, aus denen mittlerweile ein Verein geworden ist, verlassen. Frauen waren als Mitglieder nicht erwünscht, was sich mittlerweile geändert hat.

Von Philipp Daum 

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Quelle: HNA

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