Ernsthausen

Ein Jahrhundert auf zwei Rädern

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- Burgwald-Ernsthausen (beu). Mit einem fünftägigen Fest feiern die Radsportler am nächsten Wochenende ihr großes Jubiläum (siehe Hintergrund-Kasten). WLZ-FZ werfen vorab einen Blick in die Vereinschronik.

Im ersten Jahr seines Bestehens zählte der Radsportverein Ernsthausen (RSV) gerade mal elf Mitglieder. Doch schon ein Jahr nach der Gründung am 17. Juni 1911 hatte sich die Mitgliederzahl mehr als verdoppelt. Heute zählt der RSV rund 200 Mitglieder, davon sind 80 aktive Radfahrer

Der Verein begann zunächst mit dem Einüben von kurzen Theaterstücken. Im Jahr 1914 fand dann das erste Radfahrfest statt. Im gleichen Jahr hat der Verein den ersten Preis im Korsofahren bei einem Fest in Gisselberg errungen. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges kam das Vereinsleben zum Erliegen. Doch 1918 nahmen die Mitglieder die Arbeiten wieder auf. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Verein 36 Mitglieder, die in den Folgejahren viele Preise errungen haben. Einige Pokale, Plaketten und Urkunden aus dieser Zeit sind bis heute erhalten.

Aufgrund des Zweiten Weltkrieges kamen die Aktivitäten abermals zum Stillstand und durch den Krieg ging wertvolles Vereinseigentum verloren. Der RSV „Wanderlust“ musste aus dem Nichts wieder neu aufgebaut werden. Es bildete sich wieder eine Theatergruppe und die Mitglieder nahmen an Wander- und Korsofahrten teil. Im Saal der Gastwirtschaft Hirth nahmen einige Jungen und Mädchen unter der Leitung von Gustav Rein ihr Training auf Kunsträdern wieder auf. Kurz darauf begann der Verein, sich auch mit dem Radrennsport zu befassen. Erfolgreichster Athlet war Rudolf Banf, der 1951 die Bezirksmeisterschaft als B-Jugendlicher gewann.

Zum 40-jährigen Bestehen des Vereins wurde 1951 die Radball-Bezirksmeisterschaft in Ernsthausen ausgetragen. Auch im Kunstradfahren waren die Vereinsmitglieder sehr erfolgreich und der gemischte Reigen mit Christian Hirth, Gerda Tripp, Werner Tripp, Renate Rein, Harald Deczka und Elsbeth Banf erreichte bei den Hessenmeisterschaften 1958 den zweiten Platz.

Ab 1969 trafen sich immer mehr Schüler und Jugendliche zum Training im Dorfgemeinschaftshaus und der Verein wuchs stetig. Der RSV gewann zahlreiche Kreis- und Bezirksmeistertitel und Helmut Gronau erhielt vom Bund deutscher Radsportler (BDR) eine Einladung in die Nationalmannschaft, mit der er 1974 an einem Wettkampf gegen Frankreich teilgenommen hat. Den ersten Bezirksmeistertitel errangen 1972 Erika Cronau, Renate Engel, Michaela Kahl, Erna Koch, Elke Kleinwächter, Marga Trusheim und Monika Tripp. Die größten Erfolge dieser Zeit erzielten das Zweier-Team Sabine Tripp und Anja Fallenbüschel. Sie wurden von 1978 bis 1980 dreimal Hessenmeister und waren die ersten Landesmeister des RSV.

Mit der Eröffnung der Sporthalle in Ernsthausen 1991 haben die Radsportler eine geeignete Trainingsstätte gefunden, in der sie bald auch Bezirks- und Hessenmeisterschaften ausgerichtet haben.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Samstag, 30. Juli.

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