Friedhofsgebühren in Hatzfeld

Jede Bestattung kostet Stadt 1340 Euro

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Hatzfeld - Die Grabnutzugsgebühren sollen deutlich steigen - das sieht der Vorschlag des Magistrats vor, dem auch der Haupt- und Finanzausschuss mehrheitlich zugestimmt hat. Das letzte Wort haben die Hatzfelder Stadtverordneten. Im nächsten Jahr stehen voraussichtlich weitere Erhöhungen an.

143 Menschen wurden im Stadtgebiet von 2009 bis 2012 bestattet: 23 in Einzelgräbern, 57 in Doppelgräbern und 63 Urnengräbern. Das berichtete Bürgermeister Dirk Junker am Montag im Haupt- und Finanzausschuss. Die Neuordnung hatte bereits in der vorigen Sitzung des Stadtparlaments beschlossen werden sollen, war aber auf Antrag von Bernd Nowak (Bürgerliste Hatzfeld) vertagt worden: Er hatte weitere Informationen des Magistrats gefordert und kritisiert, dass keine Kostendeckung eingeplant war.

Die Kosten für die Stadt bezifferte Dirk Junker am Montag auf insgesamt 260?000 Euro – dem standen Einnahmen von nur 68?000 Euro. „Wir haben pro Beerdigung 1340 Euro zugezahlt“, verdeutlichte er. 1500 Euro mehr im Monat Die Pläne des Magistrats sehen eine Anhebung von 350 Euro je Bestattung vor. Ein Einzelgrab kostet dann 570 Euro (statt 220 Euro), ein Urnengrab 500 Euro (statt 150), ein Rasengrab 800 Euro (statt 450) und jede Hälfte eines Doppelgrabs 790 Euro (statt 440). Bei durchschnittlich 36 Beerdigungen pro Jahr würde das Mehreinnahmen von jährlich 17?500 Euro bedeuten.

Beschließt das Parlament die Anhebung zum 1. Dezember, würden schon im nächsten Monat 1500 Euro zusätzlich auf das Stadtkonto fließen. Bürgermeister Dirk Junker wies im Ausschuss auf die prekäre Haushaltslage hin und auf die Tatsache, dass die Gebührenhaushalte keine Defizite aufweisen dürfen: „Wir haben den Auftrag zur Kostendeckung“, sagte er: „Es ist das simple Einhalten eines Gesetzes.“

Auf diese Notwendigkeit verwies auch Dieter Seipp (Bürgerliste Holzhausen). „Wir müssen die Gebührenhaushalte ausgleichen.“ Immerhin seien die Gebühren in anderen Kommunen, beispielsweise Battenberg, noch deutlich höher, selbst wenn Hatzfeld erhöhe. Ausschussvorsitzender Eckhard Wenzel (BL Reddighausen) sah dennoch eine starke Anhebung kritisch: „Wir reden über den Faktor 3.“ Die Bürger würden immer stärker belastet, beispielsweise durch die gesplittete Abwassergebühr. Er enthielt sich ebenso wie SPD-Vertreter Gerhard Geitz, mit den Stimmen von Dieter Seipp, Werner Keller (CDU) und Bernd Nowak wurde die Erhöhung befürwortet.

Die Erhöhung der Grabnutzungsgebühren ist allerdings erst der erste Schritt zum Ausgleichs des städtischen Haushalts: Die gesamte Friedhofssatzung und weitere Gebühren sollen im nächsten Jahr auf den Prüfstand. Dafür müsse allerdings die Eröffnungsbilanz abgewartet werden, sagte Bürgermeister Junker: Beispielsweise muss dafür die Höhe der Abschreibung der Emmauskapelle und der Friedhofskapellen bekannt sein.

Die Sitzung des Stadtparlaments beginnt am Montag, 25. November, um 20 Uhr im Holzhäuser Dorfgemeinschaftshaus.

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