Bottendorf

Jedermann-Triathlon ein voller Erfolg

- Burgwald-Bottendorf (rou). In sehr guten 65 Minuten hat Dominic Pratt aus Darmstadt den ersten Burgwald-Jedermann-Triathlon gewonnen, den viele Hobby-Starter als Gaudi und ebenso viele ambitionierte Sportler als ernsten Wettkampf angingen.

„Das war echt cool, macht das nächstes Jahr bitte wieder“, sagten Matthias Stücher, Sandra Krause und Christoph Busche vom Triathlonstützpunkt Marburg zu Fabian Glaßl, als sie sich vom Chef-Organisator des 1. Burgwald-Jedermann-Triathlon verabschiedeten. Und noch eine Bitte hatten sie an den Bottendorfer: „Könnten wir das 30-Liter Bierfass für den ersten Platz jetzt schon bekommen, damit wir es in unserem Begleitfahrzeug mit nach Hause schicken können. Wir drei wollen noch mit dem Rad zurück nach Marburg fahren und würden unseren Preis dort und nicht hier im Festzelt trinken.“ Glaßl staunte nicht schlecht, dass es den Dreien offensichtlich noch immer nicht reichte. In bärenstarken 61 Minuten hatten sie die 500 Meter Schwimmen, 20 Kilometer Radfahren und fünf Kilometer Laufen runtergespult – für die ambitionierten Triathleten aus Marburg offensichtlich nichts besonderes, für die Mehrheit der 36 Dreier-Teams aber sehr wohl. Und für diese von den örtlichen Vereine und Firmen gebildeten Triathlon-Staffeln sollte der Wettbewerb über die Sprintdistanz ursprünglich sein – als riesige Gaudi gedacht. Und hätte eines der Teams gewonnen, die drei Starter hätten vermutlich gerne das Sieger-Fässchen am Abend im Festzelt geleert. Doch da machten die Marburger Triathleten und das Zweier-Team Kevin Kaderka und Alexander Rebs den Hobby-Teams und den Organisatoren einen Strich durch die Rechnung. Denn als einzige heimische Sportler kamen Knut Holzapfel, Ingo Specht und Thomas Hasenauer in den Genuss eines gekühlten Preises. Die Leichtathleten der LG Eder belegten mit neun Minuten Rückstand den dritten Rang. Das beste reine Gaudi-Triathlon-Team bildeten Reiner Grün und Jochen Seelinger (beide Frankenberg) und Dietrich Köhler (Frankenberg). 73 Minuten stand für die Drei auf der Stoppuhr. Seelinger hat zwar seine Jugendjahren fast komplett in den hessischen Schwimmbädern verbracht, Reiner Grüner läuft mehrfach die Woche und Dietrich Köhler radelt mehrere tausend Kilometer im Jahr. „Noch schneller geht aber nicht“, waren sie sich einig. Rundherum zufrieden waren die Bottendorfer dennoch mit dem Verlauf der Staffelkonkurrenz: „Wir waren schon vor dem Start begeistert“, sagte TSV-Vorstandsmitglied Dieter Klein. „Wenn man gesehen hat, wieviele Bottendorfer in den vergangenen Wochen für die Veranstaltung trainiert haben – das war schon toll.“ Noch deutlich größer als in der Staffelkonkurrenz waren die Leistungsunterschiede im Einzelwettbewerb. Am Ende hatte der Sieger 62 Minuten Vorsprung auf den Letztplatzierten. Dass es einige Starter ernst meinten, wurde den mehreren hundert Zuschauern am Bottendorf Teich schnell klar. Schon nach 50 der insgesamt 500 Meter im Wasser hatten sich Volker Sonthoff vom VfL Marburg und Dominic Pratt vom Startnet Team DSW Darmstadt einen Vorsprung herausgeschwommen. Nach etwas mehr als acht Minuten stiegen die beiden aus dem Teich und in der Wechselzone am Sportplatz auf das Rad. Die 20 Kilometer lange Strecke führte auf der Bundesstraße nach Ernsthausen und dann auf der Kreisstraße 117 nach Wiesenfeld. Am sechsprozentigen Anstieg hinauf in Richtung Birkenbringhausen setzte sich Pratt einige Meter ab. Einen beruhigenden Vorsprung konnte er sich aber auch im weiteren Verlauf über Burgwald sowie schließlich zurück nach Bottendorf nicht herausfahren. Musste er auch nicht. Seine stärkste Disziplin sollte schließlich noch folgen. Auf der Volkslaufstrecke durch den Burgwald machte Pratt dann den Triumph perfekt. Sonthoff wurde sogar noch von Manuel Ettler vom Triathlon Team TVW Netphen abgefangen. Am Ende zeigte die Stoppuhr die Siegerzeit von 65 Minuten. Und mit der war Pratt zufrieden. „Das war ein toller Wettbewerb, weil es sehr schöne Strecken mit zwei richtig harten Anstiegen beim Radfahen waren“, sagte der Darmstädter und lobte den Veranstalter. „Das war ein echt super organisierter Triathlon, der sehr viel Spaß gemacht.“ Während Nicky Heber vom Tria-Team Bruchköbel in 1:11 Stunden die beste Zeit in der 24 Starterinnen zählenden Konkurrenz erreichte, war Stefan Klapp vom Bottendorfer Harald-Hilbert-Team in 1:09 Stunden der beste heimische Starter. Hervorragende Ergebnisse erreichten auch Moritz Foerster vom TSV Korbach in 70 Minuten sowie Pascal Tropper vom SV Dodenhausen in 1:13 Stunden. Die Siegerzeit weiter verbessern können die beiden Junioren voraussichtlich im nächsten Jahr. „Nach dieser super Veranstaltung mit ganz viel positivem Feedback werden wir alles daransetzen, dass der Triathlon zum 100-jährigen Bestehen des TSV nicht eine einmalige Veranstaltung war“, sagte Fabian Glaßl. „Hoffentlich gelingt es uns, den Jedermann-Triathlon zu etablieren.“ Die drei Ausdauersportler vom Triathlonstützpunkt Marburg würden dann wieder an den Start gehen, versprachen sie Fabian Glaßl. Und dies sogar bevor er ihnen als Ersatz für das 30 Liter-Bierfass drei Kisten Bier zum Auto brachte. Die Ergebnisliste erscheint am 6. Juli in der Printausgabe der Frankenberger Zeitung.

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