Spender gesucht

Jermaine kämpft gegen den Tumor

Battenberg - Jermaine ist erst zwei Jahre alt und doch ist das Krankenhaus sein Alltag: Der kleine Battenberger leidet an einem bösartigen Hirntumor. Keine Therapie hat bisher geholfen. Die junge Familie suchtnach Tipps für alternative Heilmethoden und bittet um Spenden.

Der zweijährige Jermaine sitzt im Wohnzimmer und spielt mit seinem Zwillingsbruder Maddox. Sie puzzeln, reden, lachen und spielen mit ihrer Werkbank. „Für seine Krankheit ist Jermaine relativ fit“, sagt seine Mama Janina Müller. Seine Krankheit ist ein bösartiger Hirntumor. Vor etwa einem Jahr bekam die Familie diese Diagnose. Seither kämpfen die Eltern um das Leben ihres Sohnes: Operationen, Chemotherapie, jede Woche geht es mehrmals in die Klinik nach Gießen.

Ärzte hatten den Tumor im vergangenen Jahr vollständig entfernt, berichtet Müller. Trotz der Chemotherapie sei er jedoch wieder gewachsen. Vor zehn Monaten folgten zwei weitere Operationen, in denen der Tumor wieder entfernt wurde. Aus der Narkose wachte Jermaine allerdings mit einem Augenzucken auf. Das Laufen musste er wieder neu lernen.

Unterdessen untersuchten Pathologen laut Müller den entfernten Tumor, um herauszufinden, um welche Art es sich genau handelt. Dann könne die passende Chemotherapie begonnen werden. „Bis heute konnten sie den Tumor aber nicht klassifizieren.“ Dann gab es einen Lichtblick: Jermaine bekam eine Strahlentherapie mit höchster Dosis, der Tumor ging zurück. „Unser Glück hielt traurigerweise nicht an - zwei Monate später war der Tumor wieder gewachsen.“

Seit sechs Wochen macht Jermaine eine Chemotherapie mit Antikörpern. Die sollte den Wachstum des Geschwulsts stoppen. Alle zwei Wochen bekommt der Zweijährige eine Spritze im Krankenhaus, den Großteil der Therapie kann er daheim machen: Während Jermaine mit Maddox an der Werkbank spielt, gibt seine Mutter ihm eine Tablette. Routiniert schluckt er sie runter und spielt weiter mit Plastikbohrer und Puzzleteilen. Einen Erfolg konnten die Ärzte laut Müller bis heute allerdings auch bei dieser Therapie nicht feststellen. Also rieten sie Müller und Papa Eduard Fuhrmann dazu, sich über einen Abbruch der Therapie Gedanken zu machen und mit Jermaine noch ein paar schöne Wochen zu verbringen.

„Wir wollen kämpfen“

Für die junge Familie kommt Aufgeben nicht in Frage: „Wir wollen kämpfen!“, betont die Mutter, die mit viel Verständnis der Lehrer ihr Abitur nachgeholt hat und zugleich für ihre Kinder da sein konnte.

Die 22-Jährige und ihr 26-jähriger Lebensgefährte, der wegen der Krankheit seines Sohns sein Techniker-Studium abgebrochen hat und nun nur noch Nachtschichten arbeitet, haben in dem sozialen Netzwerk Facebook eine Gruppe gegründet. Fast 9000 Menschen sind mittlerweile Mitglied in der Gruppe „Hilfe für Jermaine“. Dort erzählt die Familie ihre Geschichte und hofft auf Hilfe. „Wir hoffen, dass wir über die Gruppe jemanden finden, der uns helfen kann.“

Denn die Eltern verlassen sich längst nicht mehr nur auf die Schulmedizin und endlose Therapien im Krankenhaus. Sie wollen alles versuchen, um ihren Sohn zu heilen. Homöopathische Therapien, Wunderheiler, neue Medikamente, Arztbesuche im Ausland und Erfahrungsberichte finden sich mittlerweile in der Facebook-Gruppe. „Wir schreiben alles raus und überlegen, was wir ausprobieren wollen“, erzählt Müller. „Es waren schon viele Tipps dabei, die ich gut fand.“ Die 22-Jährige ist überwältigt von der Flut an Unterstützung, die sie von so vielen unbekannten Menschen über das Internet erfährt. Viele basteln Flyer und Plakate, sammeln spenden, schreiben Zeitungen und Fernsehsender an, stellen Spendenboxen bei öffentlichen Feiern auf.

Denn neben den vielen Tipps bittet die Familie auch um Geld. Gerade erst waren die vier in der Schweiz. Ein Heilpraktiker hat Jermaines Meridiane gemessen und homöopathische Medikamente vorgeschlagen. Mehr als 1000 Euro koste laut Müller allein dieser erneute Versuch, Jermaine zu heilen. Das übernimmt keine Krankenkasse.

Eine Reise würden die Eltern ihrer kleinen Familie auch gerne ermöglichen: Sie möchten mit ihren Söhnen nach Australien fliegen, wo Jermaine mit Delphinen schwimmen kann. „Er liebt Tiere“, erklärt seine Mutter. Gerade erst seien sie in der Schweiz noch im „Sea Life“ gewesen. Ein Vogel hatte sich dorthin verirrte und Jermaine fütterte ihn mit Brötchen, wie der Kleine aufgeregt erzählt. „Das ist keine Spaßreise“, betont Müller. Jermaine sei mit dem Krankenhaus aufgewachsen - für ihn sei es normal.

Gerade deswegen wollen Müller und Fuhrmann ihrem Sohn die schönen Seiten des Lebens zeigen und mit ihm Delphine füttern. „Manche Menschen sehen unseren Wunsch kritisch“, erzählt die 22-Jährige. Die Eltern sind sich aber sicher, dass sie damit ihrem Jermaine eine Freude machen. „Wegen unseres Urlaubswunsches manche bösen Kommentare bei Facebook zu lesen ist nicht sehr schön“, erzählt sie.

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