Was ist erlaubt, verboten oder unerwünscht?

Was Jogger jetzt auf Straßen, in Feld und Wald beachten sollten

Freizeitvergnügen: In Waldeck-Frankenberg gibt es unzählige Wege für Jogger – egal ob an öffentlichen Straßen, auf Feld- oder Waldwegen. Dabei sind allerdings einige Dinge zu beachten. Archivfoto:  dpa

Frankenberg. Mit dem Frühling starten viele Hobbyläufer in ihre Laufsaison. Wir sagen Ihnen, was dabei zu beachten ist.

Besonders hier auf dem Land gibt es viele Wege und Straßen, die ideal sind für eine Laufrunde am Morgen oder abends zum Abschalten nach der Arbeit.

Doch: Wo darf man eigentlich laufen? Auch entlang von Hauptstraßen? Und was sagen Bauern und Jäger, wenn Jogger über die Feldwege oder durchs Revier laufen? Die HNA hat bei der Polizei und der Verkehrswacht, beim Kreisbauerverband und bei den Jägern nachgefragt, was erlaubt, was verboten oder unerwünscht ist.

„Grundsätzlich ist es gut, wenn sich die Leute in der Natur aufhalten", sagt Matthias Eckel von Bauernverband und Jägervereinigung. „Kein Landwirt oder Jäger hat die Absicht, Läufer zu bevormunden. Letztendlich gehört die Natur uns allen.“ Auch Polizei und Verkehrswacht haben keine besonderen Vorschriften für Jogger. Dennoch sollten Freizeitläufer einige Dinge beachten, damit sie sich selbst nicht bei ihrem Sport gefährden und auch andere nicht damit stören.

Das sagt die Polizei:

Für Jogger gibt es keine anderen Verkehrsregeln als für Fußgänger, sagt Michaela Urban, stellvertretende Pressesprecherin der Polizeidirektion Waldeck-Frankenberg. Vieles sage einem schon der gesunde Menschenverstand: etwa nicht freiwillig entlang einer Bundesstraße zu laufen, wenn ein anderer Laufweg möglich ist. Verboten ist es allerdings nicht, am Fahrbahnrand von Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen zu laufen.

Es gebe auch keine Vorschrift, die es Joggern verbietet, mit Kopfhörern oder Ohrstöpseln zu laufen, um beim Sport Musik zu hören. „Man sollte die Musik aber nur so laut machen, dass man noch etwas vom Verkehr mitbekommt“, sagt Urban.

Das sagt die Verkehrswacht:

Wer entlang einer öffentlichen Verkehrsstraße läuft, sollte auf der linken Seite laufen, damit er die Fahrzeuge auf der eigenen Straßenseite kommen sieht, rät Ferdinand Hagenbach, Vorsitzender der Verkehrswacht Frankenberg. „Und wer in der Dämmerung läuft, sollte helle, am besten leuchtende Kleidung tragen, um selbst rechtzeitig erkannt zu werden.“

Nach Möglichkeit sollten sich Jogger, aber auch Wanderer und Radfahrer, Wege außerhalb von Hauptverkehrsstraßen suchen, rät Hagenbach. „Damit sind wir in Waldeck-Frankenberg reich gesegnet.“ Der Ernsthäuser hat die Erfahrung gemacht, dass Menschen, die in der Gruppe joggen, nicht so aufmerksam sind. „Dann rennt oft einer dem anderen nach und man passt nicht so gut auf.“

Das sagen die Bauern:

„Die Feldwege gehören uns allen“, sagt Matthias Eckel als Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes in Frankenberg. „Wenn aufeinander Rücksicht genommen wird, ist es kein Problem, dass Jogger im Feld laufen.“ Mit Rücksichtnahme seitens der Jogger meint Eckel zum Beispiel, einem Mähdrescher Platz zu machen, der über den Weg fährt. „Schwierig wird es, wenn Läufer den MP3-Player im Ohr haben und nichts hören“, sagt Eckel. Und wenn die Maisfelder bis auf 2,50 Meter hochgewachsen sind, sollten Läufer an Kreuzungen mit Maisfeldern aufpassen, dass kein Schlepper kommt. „Aber da ist bei uns noch nie etwas passiert.“

Das sagen die Jäger:

„Aus Sicht der Jäger ist das Ganze etwas kritischer zu sehen“, sagt Matthias Eckel als 2. Vorsitzender der Jägervereinigung Frankenberg. Die Dämmerung morgens und abends sei die aktive „heiße Phase“ des Wildes. „Da möchte es ungestört sein“, sagt Eckel. „Und für den Jäger ist es ärgerlich, wenn er umsonst auf dem Hochsitz gesessen hat. Er will das Wild ja nicht immer schießen, sondern auch einfach mal beobachten.“

Deshalb sollten Jogger, die in der Dämmerung laufen, eine Strecke aussuchen, die nicht im Revier liegt, vor allem nicht am Waldrand. „Da wo viele Hochsitze stehen, ist auch viel Wild“, erklärt Eckel. „Wenn das Wild permanent gestört wird, bleibt es in der Schonung, das provoziert höhere Wildschäden.“

Die Gefahr, von einem Jäger versehentlich erschossen zu werden, sei für Jogger übrigens sehr gering. „Es gilt das oberste Gebot, nur das zu schießen, was man sicher erkennt“, sagt Matthias Eckel.

Quelle: HNA

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