Heimatforscher veröffentlicht Buch mit Ansichtskarten aus „goldener Zeit der Kur“

+
„Weltbad Wildungen“ heißt der Titel eines neuen Buchs von Johannes Grötecke mit einer Fülle von Ansichtskarten aus der goldenen Zeit der Kur.

Bad  Wildungen. Einen geschichtlichen Streifzug der besonderen Art unternimmt Heimatforscher Johannes Grötecke in seinem druckfrisch erschienenen Buch „Weltbad Wildungen“.

70 Ansichtskarten skizzieren die „goldene Zeit der Kur“ vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Ende des Ersten Weltkriegs. „Die Karten zeigen nicht immer die Wirklichkeit, sondern bringen Gefühle auf den Punkt“, sagt der 48-Jährige. Idyllische Landschaften, ein Hauch Exotik und vornehme Badegäste gestalten ein Postkarten-Idyll und greifen Zeitgeist und Modeerscheinungen auf, berichtet der Autor.

Heiter stimmende Karikaturen über das harntreibende Heilwasser berichten von Wildunger „Luftschiffern“. Motive aus der NS-Zeit setzten Kontraste. Bäderarchitektur vergangener Zeit spiegelt sich in „Balelogirhaus“, Krankenhaus Helenenheim und Palasthotel wieder. Wichtige Bauten wie Badehotel, Fürstenhof und Wandelhalle prägen noch heute die Stadt.

Bei Recherchen im Internet, bei Sammlern und im städtischen Quellenmuseum hat Grötecke eine Fülle von alten Ansichtskarten zusammengetragen, oft mit persönlichen Texten.

In einem kurzen Textteil informiert Grötecke über geschichtliche Hintergründe, wie die Nutzung der Heilquellen über eine Zeitspanne von weit mehr als einem halben Jahrtausend. 1278 wurde eine erste Wasserleitung vom Sauerbrunnen (heute Georg-Viktor-Quelle) in die Altstadt gebaut. Die ersten Kurgäste kamen Anfang des 16. Jahrhunderts.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stieg Wildungen in die erste Reihe der deutschen Heilbäder auf als Bad für Blasen- und Nierenkranke. 1906 wurde das Prädikat „Bad“ verliehen. 24.000 Gäste kamen in 1930 zur Kur in das Bad der „Steinreichen“, darunter viele Russen.

Unter den prominenten Kurgästen zählt Grötecke unter anderem die Schwester der Märchenbrüder Grimm, die Bankiersfamilie Rothschild aus Paris, den Gartengestalter und Namensgeber einer Eisbombe, Fürst Pückler, Schauspieler Heinz Rühmann und die niederländische Königsfamilie auf. 

Info: Das Buch „Weltbad Wildungen“, 95 Seiten, Jonas Verlag, ist im örtlichen Buchhandel und in den Museen zu haben und kostet 15 Euro.

Von Conny Höhne

Quelle: HNA

Kommentare