Jugendämter fordern: Eltern sollen prüfen, wie sie Handys nutzen

Waldeck-Frankenberg. Wie viel Handy-Konsum vertragen Kinder? Diese Frage wird seit Jahren eifrig diskutiert.

Mitarbeiterinnen der nordhessischen Jugendämter werfen eine andere Frage auf: Die Koordinatorinnen der „Frühen Hilfen“ wollen Eltern zum Nachdenken bewegen, wie es denn mit ihrem eigenen Handy-Konsum aussieht. Denn auch der hat Folgen für Kinder, gerade in jungen Jahren.

Wenn Eltern ihre Handys intensiv nutzten, könne sich das negativ auf die Entwicklung von Babys und Kleinkindern und auf ihre Beziehung zu den Eltern auswirken, warnen die Koordinatorinnen, die sich zu einem Arbeitskreis zusammengeschlossen haben. Sie haben die Plakat-Kampagne „Sprechen Sie mit Ihrem Kind“ gestartet, um auf das Problem aufmerksam zu machen – auch die Netzwerk-Koordinationsstelle in Waldeck-Frankenberg beteiligt sich.

Wenn Eltern ständig mit dem Handy telefonieren, Nachrichten schreiben oder sich auf das Display konzentrieren, kann das bei ihrem Kind das Gefühl auslösen, selbst weniger wichtig zu sein. Es könne sich zweitrangig oder gar ungeliebt fühlen, sagt die Psychologin Andrea Noon.

Mit der gemeinsamen Aktion wollen die nordhessischen Koordinatorinnen auf diesen Aspekt der Handy-Nutzung aufmerksam machen und Eltern dazu anregen, den eigenen Gebrauch ihres Tablets oder Smartphones kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Dabei wollten sie keineswegs die modernen Medien pauschal verurteilen, betont Daniela Kramer vom Netzwerk „Frühe Hilfen“ des Kreises Waldeck-Frankenberg, es gehe um einen bewussten Umgang mit ihnen – gerade wenn die eigenen Kinder dabei sind.

• Weitere Infos zu der Kampagne gibt es im Fachdienst Jugend des Kreises bei Daniela Kramer, Tel. 06451/743642, E-Mail daniela.kramer@landkreis-waldeck-frankenberg.de.

Von Dr. Karl Schilling

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Quelle: HNA

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