Allendorf (Eder).

Jugendchor „Kalinonka“ gibt Konzert in der Allendorfer Kirche

- Allendorf(Eder). Lebhaften Beifall mit stehenden Ovationen erhielt der Jugendchor „Kalinonka“ aus der Ukraine bei einemstimmgewaltigen Konzert am Freitagabend in der voll besetzten Kirche.

Der Chor mit etwa 30 Kindern und Jugendlichen kommt aus der Region um Tschernobyl, wo 1986 ein Kernkraftwerk expoldiert war und die Gegend verstrahlt radioaktiv hatte. Fast eine Woche war der Chor zu Gast bei der evangelischen Kirchengemeinde in Allendorf. Die Jugendlichen und ihre erwachsenen Betreuer waren bei Familien in Allendorf, Battenfeld und Rennertehausen untergebracht.

Nach zwei Konzerten in Edertal und Haina sangen die jungen Leute aus der Ukraine am Freitag in ihren landestypischen Trachten überwiegend volkstümliche Lieder aus ihrer Heimat. Im neuen Allendorfer Gotteshaus hatten sie bereits vor vier und vor zwei Jahren Konzerte gemeistert.

Bei einigen Liedern gefielen besonders die Solopassagen junger Sänger. Mit kurzen Textlesungen in deutscher Sprache informierte der Chor über den Inhalt seiner Lieder und über Kultur und Brauchtum in ihrer ukrainischen Heimat. Die Chorvorträge wurden aufgelockert mit Tanzeinlagen und kleinen szenischen Spielen. Spontan klatschten die etwa 300 Zuhörer beim bekannten „Kalinka“ mit.

In deutscher Sprache sang der Chor das Stück „Singen befreit“. Das Lied gedenkt der Gründung des Chors vor 24 Jahren nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl, als die schwerste Nuklearkatastrophe der Welt das Land im Osten und viele seiner Menschen in eine tiefe Depression gestürzt hatte. Mit dem deutschen Kirchenlied „Danke“ verabschiedete sich der Chor und bedankte sich für die erlebte Gastfreundschaft. Um einige Zugaben kamen die jungen Leute aber nicht herum. Mehrmals erhoben sich die Musikfreunde von ihren Plätzen und spendeten lange Beifall. Pfarrer Gerald Rohrmann dankte dem Chor für das gebotene großartige Klangerlebnis.

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