Frankenberg/Wiesbaden

Jugendorchester der Edertalschule tritt im Wiesbadener Kurhaus auf

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- Frankenberg/Wiesbaden (gru). Wo sonst Profi-Orchester wie die Berliner Philharmoniker konzertieren, haben am Dienstag die Mitglieder des Jugendorchesters ihr Können unter Beweis gestellt: Im prunkvollen Wiesbadener Kurhaus.

Eine elektrisierende Spannung liegt in der Luft, im Saal ist es trotz 500 Schülern und 900 Gästen völlig still. Dirigent Matthias Müller hebt die Arme und die ersten Töne des Norwegischen Tanzes von Edvard Grieg erklingen. Alle geben ihr Bestes und wirken dabei sehr professionell. Orchesterleiter Müller dirigiert unter vollem Körpereinsatz, springt mal nach links, dann wieder nach rechts und reißt die Arme in die Luft. Nach tosendem Applaus für die Edertalschüler folgt das nächste Stück, die Egmont-Ouvertüre von Beethoven, die auch bald von Ann Sophie Mutter auf dieser Bühne gespielt werden wird. Auch dieses Stück ist ein voller Erfolg, der vom Publikum mit Jubel bedacht wird. Das letzte Stück des Orchesters reißt dann beinahe alle Zuschauer von ihren Sitzen: Müllers Arrangement von ABBAs „Money, Money, Money“ begeistert die Zuhörer und verdeutlicht, dass ein klassisches Orchester auch viele andere musikalische Facetten beherrschen kann. Seit November geübt Seit vergangenem November haben die Nachwuchsmusiker die Stücke geübt. Nach etwa zehn Minuten auf der großen Bühne ist auch schon alles vorbei. Nun ändert sich die Stimmung schlagartig, alle Anspannung fällt von den Schülern ab, sie albern herum und freuen sich, weitestgehend fehlerfrei gespielt zu haben. „Wir sind froh und hätten gerne noch länger gespielt“, sagt Klarinettistin Valentina Sehner, die die achte Klasse besucht. Ihre musikalische „Karriere“ begann mit dem Cello. In der fünften Klasse bekam sie beim „Schnuppertag“ in der Orchesterklasse erst keinen Ton aus der Klarinette, berichtet sie mit einem Grinsen. Deshalb fing sie zunächst mit dem Cello an. Das war ihr allerdings zu groß und umständlich und so wechselte sie das Instrument. Viele aus dem Jugendorchester würden ohnehin mehrere Instrumente spielen, erklärt Musiklehrer Markus Wagener, und betont, dass Musizieren den Schülern auch dabei helfe, die Anforderungen in der Schule zu meistern. „Sie lernen durch die Musik, sich Ziele zu setzen und dafür regelmäßig zu üben, vor allem aber lernen die Schüler das Zuhören“, so der Pädagoge. Das Zuhören spielt im Orchester eine ebenso wichtige Rolle wie das Spielen. Nur wer beim Spielen auf seine Umgebung hört, kann harmonische Musik erzeugen.

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