Marburg

Jungen zielen mit Spielzeug-Waffen auf Autofahrer

- Marburg (r). Polizeibeamte nahmen am Freitagabend vier Jungen „Schusswaffen“ ab, mit denen Plastik- oder Farbkügelchen verschossen werden können. Mit diesen Spielsachen hatten die Jungs über ein Brückengelände hinweg gegen 21.45 Uhr auf vorbeifahrende Autos auf der Stadtautobahn gezielt und geschossen.

Ein Verkehrsteilnehmer hatte im Vorbeifahren gesehen, wie zwei von vier oder fünf Personen jeweils eine Pistole unter der Jacke verschwinden ließen und einen Notruf abgesetzt. Die Polizei ging von der Sommerbadstraße über die Autobahnbrücke zur Straße St. Jost. Am Ende der Brücke sahen die Beamten zwei von insgesamt drei Personen, die sich über das Brückengeländer beugten und erkennbar mit Schusswaffen auf die auf der Stadtautobahn passierenden Autos zielten und auch schossen.

Das typische Geräusch von Schüssen wie aus Gotcha- beziehungsweise Luftdruckwaffen war deutlich zu hören. Alle drei legten ihre Bewaffnung nach entsprechender Aufforderung sofort nieder. Erst danach war erkennbar, dass es Kinder beziehungsweise Jugendliche im Alter zwischen 13 und 14 Jahren waren. In kürzester Zeit lagen fünf „Schusswaffen“ mit vollen Magazinen auf dem Asphalt. Es handelte sich um Spielzeugnachbildungen echter Waffen.

Während der Kontrolle kam ein vierter Junge hinzu. Auch er übergab sein Spielzeug. Er war kurz im nahen Geschäft, um etwas zu essen zu holen. Während der Wartezeit kam den anderen die spontane Idee, auf die vorbeifahrenden Autos zu schießen. Sie bedachten vermutlich nicht die Gefährlichkeit. Zwar verschießen die Spielsachen die Geschosse nur mit einer geringen Energie, aber wenn die Plastik- oder Farbkugeln auf ein schnell fahrendes Auto treffen, könnte die Reaktion des erschrockenen Fahrers zu gefährlichen Situationen führen.

Der Verkauf der Imitate an die ohne Begleitung handelnden Jungs erfolgte, wie sie sagten, vor einigen Tagen in einem Marburger Geschäft. Die Polizei bittet Geschädigte, sich zu melden unter Tel. 06421/4090.

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