Kernstadtbezirke entscheiden die Wahl

Junker wird neuer Bürgermeister in Hatzfeld - VIDEO

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Hatzfeld - Dirk Junker (Bürgerliste Hatzfeld) wird Nachfolger von Uwe Ermisch. Er gewann am Sonntag. Kandidat Ralf Schärer verbuchte die besten Ergebnisse in seinem Heimatort Reddighausen, hatte aber auch in Holzhausen und Eifa die Nase vorn. Die Kernstadt mit ihren zwei Wahlbezirken entschied jedoch: Dort siegte Dirk Junker haushoch. Die Wahlbeteiligung lag bei 77,1 Prozent.

Zur Stichwahl waren Ralf Schärer (Bürgerliste Reddighausen) und Dirk Junker (Bürgerliste Hatzfeld) gegeneinander angetreten. Beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen hatte Junker 41,1 Prozent der Stimmen erhalten, Ralf Schärer kam auf 30,3 Prozent. Die Ergebnisse der Stichwahl:

Ralf Schärer (BL Reddighausen) Dirk Junker (BL Hatzfeld)
Wahlbezirk Stimmen Prozent Stimmen Prozent
Hatzfeld I 66 16,9 324 83,1
Hatzfeld II 74 19,5 305 80,5
Eifa 98 56,6 75 43,4
Holzhausen 131 54,4 110 45,6
Reddighausen 417 91,9 37 8,1
Briefwahl 107 39,5 164 60,5
Gesamtergebnis 893 46,8 1015 53,2

„Ich will ein Bürgermeister für alle sein und nicht nur für einen Teil“, sagt Junker, als Amtsinhaber und Bürgermeister Uwe Ermisch ihm das Mikrofon überreicht. Konsterniert steht Ralf Schärer abseits, lauscht versteinert den Worten des Battenberger Rathauschefs Heinfried Horsel, das Bürgermeisteramt sei der schönste Beruf. Sichtlich enttäuscht nimmt er die knappe Niederlage zur Kenntnis.Den Sieg sichert sich Dirk Junker in der Kernstadt Hatzfeld, wo er in beiden Wahlbezirken deutlich vorne liegt. Auch die Briefwahl entscheidet der in Rennertehausen wohnende 45-Jährige für sich. In den Stadtteilen Holzhausen, Reddighausen und Eifa hat jeweils Schärer die Nase vorn. Folglich war das Ergebnis knapp: Junker kam auf insgesamt 1015 Stimmen und 53,2 Prozent, Ralf Schärer auf 893 Stimmen und 46,8 Prozent. Die Wahlbeteiligung war mit 77,1 Prozent sehr hoch.

Erst als die letzten Zahlen telefonisch im Bürgerhaus ankommen ist klar: Junker macht das Rennen. Als im wenig später seine Ehefrau Jeanette um den Hals fällt, haben die Söhne Mathis und Moritz noch gar nicht so richtig begriffen, dass ihr Papa jetzt Bürgermeister wird – für sie ist wichtiger, Platz zum Herumtollen zu haben. Die zahlreichen Hatzfelder im Bürgerhaus feiern das Ergebnis: minutenlang bildeten sich Gratulantenschlangen. Einer der ersten ist Parlamentschef Arno Reitz, wie Ralf Schärer Mitglied der Bürgerliste Reddighausen. „In der Demokratie ist es so, dass die Mehrheit entscheidet. Ich wünsche mir eine gute Zusammenarbeit“, sagt er. Vielen Reddighäusern indes ist die Enttäuschung über das Wahlergebnis ins Gesicht geschrieben.Die will Dirk Junker vor allem durch „Vertrauen“ erreichen. In den Ortsteilen, speziell in Reddighausen, „muss ich viele Gespräche führen, dass man mich als Person kennenlernt und dass ich die Probleme dort kennenlerne und dass man versucht, einen gemeinsamen Nenner zu finden“. Die Bürgerbeteiligung sei ihm wichtig, „durch gemeinschaftliche Aktionen das Zusammenwachsen fördern“.

Er werde zusammen mit Familie und Unterstützern „ein bisschen“ im Sportlerheim feiern, sagt Dirk Junker schließlich. Der Zusammenarbeit mit seinem Herausforderer blicke er optimistisch entgegen: „Wir werden das vertrauensvoll fortführen. Die Wahl ist vorbei, wir machen einen Neubeginn.“ Sein letzter Arbeitstag bei der Bundeswehr sei der 30. April: „Vorher werde ich natürlich ein bisschen Urlaub haben.“Der Kreisbeigeordnete Hermann Hirth (SPD) gratuliert im Namen von Landrat Kubat. Glückwünsche überbringen auch die Bürgermeisterkollegen Claus Junghenn (Allendorf), Lothar Koch (Burgwald) und Bernd Fuhrmann (Bad Berleburg). Letzterer kündigt zudem an, er wolle mit dem neuen Hatzfelder Bürgermeister das Gespräch suchen, um die interkommunale Zusammenarbeit auch über die Landesgrenzen hinaus zu verstärken: „Wir wohnen Tür an Tür.“

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