Frankenberg

Kälbchen für Prinzessin von Bahrein

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- Frankenberg-Haubern (rou). Die Michels aus Haubern sind dieser Tage sicherlich die glücklichsten Landwirte Deutschlands: Durch das Rekordgebot für das drei Monate alte Holstein-Kalb „Skye“ wird weltweit über sie gesprochen. „So einen Zuchterfolg hat man nur einmal im Leben“, sagt Bernd Michel.

Der Hof von Bernd Michel zählt zu den größten und modernsten im Frankenberger Land. 110 Hektar bewirtschaftet der 42-Jährige. In den Ställen unweit des Hauberner Sportplatzes stehen 100 Milchkühe. „Ohne die Unterstützung der ganzen Familie wäre das nicht möglich“, sagt der Vollerwerbslandwirt und berichtet von der großen Hilfe, die er von seiner Frau Sandra, seiner Mutter Christa, seinen drei Söhnen Benedict, Niklas und Jannis sowie des Lehrlings erhält. Und deshalb will er sich den Zuchterfolg auch nicht alleine auf die Fahnen schreiben. Doch explizit sagen müsste Bernd Michel dies nicht. Denn beim Besuch auf dem Hof ist auf den ersten Blick erkennbar, dass die ganze Familie stolz ist. Und dass die harten Zeiten im Alltag eines Landwirts zumindest in diesen Tagen fast vergessen sind.

Angesprochen auf die Alsfelder Auktion „Sonderkollektion Hessens Zukunft 2011“ strahlen alle sechs Familienmitglieder um die Wette. Denn Tage wie diese sind selten im Leben eines Landwirts. „Vergangenen Woche haben wir noch ein Bullenkalb für die Mast für 120 Euro verkauft“, berichtet Oma Christa. Wie ein Märchen aus Tausend und einer Nacht hört sich dagegen die Geschichte des Holstein-Kalbs „Skye“ an, das am Wochenende für den Rekordpreis von 57 000 Euro den Besitzer wechselte. Zu wahren „Beifallsstürmen“ in der Hessenhalle in Alsfeld habe das Gebot des niederländischen Händlers Jan de Vries von „Diamond Genetics“ geführt, der das Hauberner Kalb für die Tochter des Scheichs von Bahrein, Sheika Alkhalifa, erworben hat. Ihr gehört der Betrieb „Sahara Holsteins“ mit Sitz in England.

Die Halle habe Kopf gestanden, schildert Michel seine Eindrücke der Minuten, in denen sein zweitältester Sohn Niklas das Kälbchen „Skye“ vorführte und die Bieter den Preis in die Höhe trieben. „Bei 40 000 Euro war es mucksmäuschenstill.“ Bis zum Preis von 50 000 Euro waren vier Bieter im Rennen, zum Schluss nur noch der Niederländer und ein Kanadier. „In Deutschland hat es so etwas noch nicht gegeben“, berichtet Michel. Die 57 000 Euro stellen eine finanzielle Bestmarke für ein deutsches Kalb dar: kein Wunder, dass in Zuchtkreisen derzeit von einem „goldenen Kalb“ aus Haubern die Rede ist.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Freitag, 11. Februar

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