Frankenberg

Kameradschaft und Karrierechance

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- Frankenberg (jos). Insgesamt 86 Männer und eine Frau dienen in der Burgwaldkaserne seit Montag ihrem Vaterland. Sie sind nach der Aussetzung der Wehrpflicht die Ersten, die das freiwillig tun. WLZ-FZ befragten drei der Rekruten nach ihrer Motivation, ihren Erwartungen und den ersten Eindrücken als Soldat.

Erst einmal das Fenster öffnen. Ein leicht modriger Geruch liegt in der Luft, als die drei Rekruten gemeinsam mit Zugführer Michael Brandert, Vize-Kompaniechef Christian Reime und Presseoffizier Thomas Große das Zimmer betreten. Pardon, die Stube. So lautet im Bundeswehr-Jargon die korrekte Bezeichnung für den Raum, der wohlwollend formuliert „zweckgemäß“ eingerichtet ist. Drei Doppelbetten und eine Wand aus Metallschränken – das Mobiliar ist genau wie alles in und an diesem Gebäude in die Jahre gekommen. Und doch leben dort Menschen, die nicht nur freiwillig hergekommen sind, sondern sogar Begeisterung ausstrahlen.

„Ich finde, jeder sollte einmal bei der Bundeswehr gewesen sein“, sagt Nicolas Thöne voller Überzeugung. Der 19-Jährige aus Ahnatal bei Kassel hat in diesem Jahr sein Abitur „gebaut“. Die meisten seiner Schulfreunde hat es an die Universität oder in eine Berufsausbildung gezogen. Als freiwilliger Wehrdienstleistender ist er in seiner Jahrgangsstufe ein Außenseiter gewesen. Verunsichert hat ihn das keineswegs. „Disziplin und Kameradschaft – das lernt man nur bei der Bundeswehr“, sagt der Rekrut mit Nachdruck. Der Wehrdienst, das sei ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zum Erwachsenwerden, findet der 19-Jährige.

Die Ansichten über die Bundeswehr seien sehr unterschiedlich, sagt Torben Lensch. Zunächst für zwölf Monate will er Erfahrungen als Soldat sammeln. „Ich bilde mir gerne meine eigene Meinung“, betont der 20-Jährige. Schon seit Längerem interessiere er sich für die Bundeswehr und die Karrierechancen bei der Armee. Die Offizierslaufbahn inklusive Studium an einer Bundeswehr-Hochschule könnte für den jungen Mann aus Bremen eine Option sein. Zunächst aber hat er sechs Monate lang Zeit, in der er jederzeit seinen Dienst wieder quittieren kann. Eine Freiheit, die Wehrpflichtige in dieser Form nicht hatten.

Mehr lesen Sie in der WLZ-FZ vom Samstag, 9. Juli

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