Frankenberg

Kammerchor kehrt zurück: Johanna Tripp will Tradition wieder aufnehmen

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- Frankenberg (vk). Bald wird er wieder zu hören sein: Der Frankenberger Kammerchor, dessen letztes großes Konzert 2002 in der katholischen Kirche St. Marien stattgefunden hat, kehrt wieder ins Kultur-leben der Region zurück.

Johanna Tripp, bekannte Solistin, Chorleiterin und Studentin der Musikhochschule Detmold, hat die Initiative ergriffen, Sängerinnen und Sänger eingeladen und als erstes Projekt ein festliches Chorkonzert unter dem Motto „Jauchzet, lobet“ mit mehreren Solisten am 29. August um 19.30 Uhr in der Liebfrauenkirche geplant.

Markus Wagener, Vorsitzender des Kulturrings Frankenberg e. V., der mit dem Konzert seine neue Spielzeit eröffnet, spricht von der „Renaissance eines legendären Klangkörpers“. Damit spielt er an auf die Tradition des Frankenberger Kammerchors, der seit 1978 unter Leitung von Rainer Pecher in vielen Konzerten alte und vor allem auch selten gehörte zeitgenössische Chorliteratur in einer Spitzenqualität geboten hat.

Aus dem Bedürfnis, in die Kirchenkonzerte der Kantorei der Liebfrauenkirche und des Chors von St. Marien zusätzliche Impulse eines kleinen Chors von ausgewählten Stimmen mit wenig Probenzeit einbringen zu können, rief Rainer Pecher 1977 den Frankenberger Kammerchor ins Leben. Ihm gehörten Chorleiter und erfahrene Sängerinnen und Sänger aus Chören der Region Frankenberg bis Bad Wildungen und Marburg an.

Diese Gruppe benötigte keine regelmäßigen Chorproben, sondern konnte sich auf eine kürzere, intensive Vorbereitung seiner Vorhaben beschränken. Dadurch, dass Chorleiter Pecher selbst auch Kompositionen für Chöre und Orchester schrieb, bekam das Repertoire des Frankenberger Kammerchors sein ganz eigenes Profil.

Der heute 80-Jährige, der aus gesundheitlichen Gründen seine Arbeit mit dem Kammerchor damals aufgeben musste, ist glücklich darüber, „dass das Singen weitergeht“. Johanna Tripp sang bereits während ihrer Schulzeit in Pechers Kammerchor mit und ist deshalb mit seinem Niveau vertraut. „Der Reiz des Kammerchors lag darin, dass er Literatur aufführte, die etwas außerhalb des Repertoires der Kirchenchöre lag“, erinnert sich der langjährige Chorleiter.

Für die Rückkehr des wiedererstandenen Frankenberger Kammerchors am 29. August hat Johanna Tripp prominente und dem Publikum vertraute Solisten hinzugewonnen: den aus Frankenberg stammenden Geiger Matthias Erbe mit einem Kammerorchester, den Kirchenmusikdirektor a. D. Martin Bartsch (Orgel), Irene Tripp (Sopran), Evelyn Koch (Alt), Karl-Heinz Wenzel (Tenor) und Alexander Meyer (Bass). Es erklingen Werke zwischen Bach und Dupré, Mozart und Mendelssohn Bartholdy, Strauß und Rheinberger.

Karten für das festliche Chorkonzert „Jauchzet, lobet“, das vom Frankenberger Kulturring am 29. August in der Liebfrauenkirche veranstaltet wird, gibt es für zwölf Euro in der Buchhandlung Jakobi.

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