Kräutermarkt in Frankenberg

Katzenminze und ein krähender Hahn

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Der Staudengärtner Lars-Peter Kroh aus Arfeld besitzt im Frankenberger Land einen großen Kundenstamm und freute sich gestern beim Kräutermarkt im Innenhof des Landratsamtes über große Nachfrage nach Jungpflanzen.

Frankenberg - Gartenfreunde sind gestern voll auf ihre Kosten gekommen - beim sechsten Kräutermarkt mit 25 Ständen im Garten des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters.

Längst kein Geheimtipp mehr ist der Frankenberger Kräutermarkt im Innenhof des ehemaligen Zisterzienserklosters. Viele Gartenbesitzer und Pflanzenfreunde kamen gestern, um sich mit neuen Stauden, frischen Kräutern, Salat und Gemüsepflanzen einzudecken.

Mehrere Gärtner aus dem Frankenberger und Marburger Land sowie aus dem Raum Bad Berleburg hatten ein reichhaltiges Angebot aufgebaut. Auf besonders großes Interesse stießen Gewürzpflanzen und Blumenstauden. Katzenminze, Lungenkraut oder Zitronenbäumchen - nahezu unerschöpflich war die Fundgrube der Kräuter.

Einige Gärtner meldeten am Abend nahezu Ausverkauf. Mehrere Anbieter hatten auch die passenden Gartenaccessoires mitgebracht: Kunstvolle Baumwurzeln, Töpferwaren, Holzbänke in Sandstein oder Blumenkränze. Einige Standbetreiber waren zum ersten Mal dabei und freuten sich ebenso über die gute Resonanz wie die beiden Organisatorinnen Melli Müller und Steffi Oberlies.

Mehrere hundert Besucher ließen sich auch durch zwei Regenschauer in den Mittagsstunden nicht abschrecken. Der Innenhof des ehemaligen Klosters bot eine gemütliche Atmosphäre zum Verweilen. Passend dazu auch die kulinarischen Angebote: Neben der klassischen Bratwurst gab es auch Fetadellen im Fladenbrot unter dem Titel „Heiße Ziege“. Schnell „ausgelöffelt“ war die Kartoffel-Rosemarin-Suppe. Am Nachmittag schmeckten Blechkuchen und Torten mit Kaffee oder Milchshakes.

Mit Infoständen vertreten waren der BUND-Kreisverband, die Frankenberger NABU/Naturschutzjugend und erstmals auch die Gesellschaft zum Erhalt alter Haustierrassen (GEH). Sie zeigte einen Stamm Deutscher Sperber-Hühner, die bedrohte Nutztierrasse des Jahres 2012. Der Hahn machte mit seinem Krähen im Innenhof öfters auf sich aufmerksam. Kinder hatten an den Fühlkästen und Fledermausspielen der Naturschutzjugend viel Spaß.

Verknüpft mit dem internationalen Museumstag führten Heiner Wittekindt und Ruth Piro-Klein viele Besucher durch das Kreisheimatmuseum mit seinen historischen Sammlungen. Die Ökotrophologin Gabriele Knipp stellte in der Kapelle die Süßholz als Arzneipflanze des Jahres und die Koloquinte als Heilpflanze des Jahres vor. Sie erläuterte die Geschichte der Pflanzen und ihre Verbreitung. Beide kommen nicht im Frankenberger Land vor, sondern in Vorderasien oder Nordafrika. Süßholz gilt als Grundstoff für Lakritze und wird auch in Bamberg angebaut. Dort findet in diesem Jahr die bayrische Landesgartenschau statt.

Überraschend für die Organisatorinnen waren die Toiletten des Landratsamtes nicht wie in der Vergangenheit geöffnet. Auch die Stromversorgung gestaltete sich kritisch.

Von Frank Seumer

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