Anhaltender Schneefall sorgt für weiße Straßen

Kaum geräumt, schon wieder verschneit

+
Die Bundesstraße 252 bei Battenberg am Sonntagvormittag: Durch den ständigen Schneefall kam es auch auf den Hauptverkehrsadern im Altkreis zu geschlossenen Schneedecken auf den Fahrbahnen, obwohl die Frankenberger Straßenmeisterei ununterbrochen im Einsat

Frankenberg - Der Winter hat Einzug gehalten. Und während Kinder am Wochenende begeistert Schneehütten bauten, Schneeballschlachten veranstalten oder mit dem Schlitten die Hügel hinunter sausten, ärgerte sich so mancher Autofahrer über verschneite Straßen.

Eigentlich kommen die Menschen im Frankenberger Land gut mit winterlichen Verhältnissen zurecht: Die entsprechenden Reifen und eine angepasste Fahrweise sind für die meisten selbstverständlich. Dennoch kam es in den vergangenen Tagen durch den heftigen Schneefall und die anhaltenden Temperaturen um den Gefrierpunkt zu Problemen auf den Straßen im Altkreis.

Start um drei Uhr nachts

So waren unter anderem am Sonntagvormittag die Straßenverhältnisse auf der Bundesstraße zwischen Frankenberg und Battenberg heikel: Zeitweise war die Fahrbahn von einer geschlossenen Schneedecke überzogen. So mancher Autofahrer zog den Schluss, dass dort gar nicht geräumt wurde. „Das kann nicht sein“, widerspricht auf Nachfrage der FZ der Leiter der Straßenmeisterei, Harry Kirschner. Die ersten Fahrzeuge seien gegen drei Uhr am Morgen gestartet, insgesamt sechs Fahrzeuge seien bis 22 Uhr ununterbrochen im Einsatz gewesen.

Denn an den so genannten Offenhaltungszeiten von 6 Uhr morgens bis 22 Uhr am Abend habe sich nichts geändert. Die Bundes-, Landes- und Kreisstraßen müssen in dieser Zeit in einem Zustand gehalten werden, dass der Verkehr fließen kann. Für diese Fahrbahnen ist die Straßenmeisterei zuständig, für die innerörtlichen Straßen die jeweiligen Bauhöfe.

Kirschner betonte jedoch, dass es durch den anhaltenden, starken Schneefall bis zum Nachmittag sei es jedoch immer wieder möglich sei, dass Straßenabschnitte nicht geräumt erscheinen. „Bei Minusgraden muss intensiver geräumt werden“, erläutert er. Dann dauere es länger, bis Streusalz seine Wirkung entfalte und eine Fahrbahn geräumt werden könne.

Die Räumfahrzeuge beginnen mit dem Einsatz in den Höhenlagen und arbeiten sich dann hinab in die Ebenen. Durch den andauernden Schneefall und den böigen Wind könne es durchaus Momentaufnahmen geben, in denen die Bundesstraße nicht geräumt erscheint.

Die Mitarbeiter kümmern sich vorrangig um die Bundesstraßen. „Das heißt aber nicht, dass wir die Kreisstraßen liegen lassen“, ergänzt der Leiter der Straßenmeisterei. „Es gibt festgelegte Bezirke und Pläne für jedes Fahrzeug, um die Hauptadern freizuhalten.“ Jeder Fahrer entscheide vor Ort und nach der Witterung, ob der Verkehr fließen kann. Ziel sei es, dass die Fahrbahnen „mehr oder weniger schwarz“ seien - also der Asphalt frei liegt.

Ziel: Schwarzer Asphalt

Der Leiter der Straßenmeisterei vergleicht das mit dem Freihalten der Bürgersteige bei stetigen Schneefall: „Wenn der Gehweg immer schwarz sein soll, kann ich mich den ganzen Tag damit beschäftigten. Wir räumen nach besten Kräften“, sagt Kirschner. Aber wir können nicht überall gleichzeitig sein.“

Bereits am Freitag hatte der einsetzende Schneefall am Morgen einen Schulbusfahrer dazu veranlasst, den Battenberger Stadtteil Dodenau für die Tour zur zweiten Schulstunde nicht anzufahren. „Die Sicherheit wäre aufgrund des Zustandes der Landesstraße nicht gewährleistet gewesen“, berichtet Heinz-Günther Schneider, pädagogischer Leiter und zuständig für die Busorganisation an der Gesamtschule in Battenberg. Die Busfahrer müssen nach Schneiders Angaben solche Entscheidungen im eigenen Ermessen treffen. Dodenau sei wegen der Serpentinen und der steilen, engen Ortsdurchfahrt ohnehin schwierig - bei winterlichen Verhältnissen sei es besser, wenn die Fahrer sich für die sichere Variante entscheiden, sagte Schneider. Am Montag habe es bis auf eine Verspätung aus Bromskirchen keine Probleme gegeben.

Ein Polizeisprecher bestätigte, dass es am Sonntag durch den starken Schneefall zu Problemen kam. Auf der Landesstraße zwischen Löhlbach und Haina, wo die Straßenmeisterei aus Bad Wildungen zuständig ist, kam der Verkehr am Nachmittag sogar für zwei Stunden vollständig zum Erliegen: Wegen Schneeglätte seien etwa 15 Fahrzeuge „weder rauf noch runter“ gekommen, sagte der Beamte.

Doch selbst dort, wo geräumt und gestreut ist, ist Vorsicht geboten: Am Montag kam es zu zwei Unfällen auf glatter Fahrbahn.

Kommentare