Ausbildung im Frankenberger Land

Kein Flaschenpfand in Frankreich

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In den nächsten drei Wochen lernen die französischen „Gastauszubildenden“ die Arbeitsabläufe in heimischen Handwerksbetrieben kennen.Foto: Marco Steber

Frankenberg - Deutsch-Französischer Austausch zur beruflichen Bildung führt acht französische Auszubildende in heimische Industriebetriebe. Neben fachlicher Weiterbildung lernen die Azubis auch die Kultur des Gastlandes kennen.

Wie sehen die Arbeitsbedingungen in einem anderen Land aus? Komme ich mit der Kultur zurecht? Und wie überwinde ich die sprachliche Barriere? Viele offene Fragen liegen vor den acht französischen Auszubildenden, die seit Sonntagabend in Frankenberg zu Gast sind. Am Montag wurden sie in den Räumen des Berufsförderungswerks für Handwerk und Industrie (BFHI) begrüßt. In den nächsten drei Wochen werden die Gäste aus Hennebont in der Bretagne die Arbeitsweise in verschiedenen Frankenberger Handwerksbetrieben kennenlernen.

„Der Austausch zeigt, dass die Schüler offen für Neues sind“, sagt Sylvie Joly vom Deutsch-Französischen Sekretariat, welches der Initiator dieser Aktion ist. Dies bringe ihnen bei späteren Bewerbungen einen Vorteil, sagte Joly weiter.

Zuvor waren sieben Auszubildende aus Deutschland für drei Wochen in Frankreich. Seit Samstag sind sie wieder in Deutschland.

Damit der Austausch reibungslos abläuft ist auch auch sehr viel ehrenamtliche Arbeit nötig, sagt Werner Rühl, Geschäftsführer des BFHI). So mancher Helfer würde sich extra für diese Zeit Urlaub nehmen. Um sich einigermaßen verständigen zu können, nehmen die französischen Azubis gemeinsam mit ihren deutschen Tandempartnern an einem Sprachkurs teil. „In 20 Stunden kann man aber keine Sprache lernen“, meint Joly. Zuvor sind die Austauschteilnehmer mit einem vorbereitenden Sprachkurs auf den Aufenthalt im jeweiligen Partnerland vorbereitet worden.

Damit die sprachliche Barriere nicht zu sehr im Wege steht, steht den Auszubildenden Dolmetscherin Julia Ederlein zur Seite. Sie geht mit den Schülern in die einzelnen Betriebe, welche die Austauschschüler gemeinsam mit ihren deutschen Tandempartnern besuchen, und löst auch das eine oder andere interkulturelle Problem. „In Frankreich gibt es beispielsweise kein Flaschenpfand“, sagte sie. Doch spätestens beim gemeinsamen feiern fällt die sprachliche Barriere. Den Discobesuch organisieren die Auszubildenden unter sich“, sagte Rühl.

von Marco Steber

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