Spätdienst an Heiligabend bei der Frankenberger Polizei

(K)ein ganz normaler Arbeitstag

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Während andere Krippenspiele besuchten, Geschenke auspackten oder das Weihnachtsessen auf den Tisch brachten, arbeiten sie: Wolfgang Salomon, Markus Tangermann, Nadine Sattler, Frank Müller (vorn) und Wolfgang Zarges (von links). Foto: Andrea Pauly

Frankenberg - „Für mich ist es ein ganz normaler Arbeitstag“, sagt Frank Müller. Der Polizeioberkommissar ist gemeinsam mit vier Kollegen an Heiligabend im Dienst. Während andere bescheren und essen, sind sie einsatzbereit. Doch beim Blick auf die Ereignisse des Tages wird deutlich: So ganz normal ist dieser Tag doch nicht.

Einige Male müssen die beiden Streifen aus der Spätschicht an Heiligabend ausrücken. In einem Asylantenheim gibt es eine Schlägerei. Dann rettet eine Streife einer Dame das Weihnachtsfest. Die Polizisten bringen einen entlaufenen Hund ins Tierheim und einen verletzten Bussard in die Greifvogelstation in Lindenhof.

Dass sie an Weihnachten arbeiten müssen, macht den Beamten nicht viel aus. Sie kennen es nicht anders. Außerdem sind die Schichtzeiten so gelegt, dass zumindest ein wenig Zeit für die Familie bleibt: Der Spätdienst endet um 19.30 Uhr. „Wir essen und bescheren nach dem Dienst, die Kollegen von der Nachtschicht davor“, sagt Wolfgang Zarges.

„Irgendwie ist es ja auch schön, an Weihnachten zu arbeiten“, fügt seine Kollegin Nadine Sattler hinzu: „Jeder wünscht einem frohe Weihnachten und ist besonders freundlich“. Hinzu kommt das milde Wetter: Es sorgt nicht nur dafür, dass die Stimmung nicht besonders weihnachtlich ist, sondern auch dafür, dass Glatteisunfälle an diesem Weihnachtsabend kein Thema sind.

Kurz vor halb sechs, während die Menschen im Frankenberger Land Krippenspiele ansehen, das Essen vorbereiten oder sich mit den Kindern auf einen Spaziergang machen, damit das Christkind Zeit zum Aufbau der Geschenke unter dem Christbaum hat, klingelt es. Frank Müller schaut auf den Überwachungsbildschirm und öffnet einem älteren Paar die Tür. Die beiden kommen herein, die Frau hat einen Korb am Arm. Die zwei strahlen die Beamten an und wünschen fröhlich ein frohes Weihnachtsfest. „Wir wollen uns nur bei denen bedanken, die heute arbeiten“, sagt die Frau, greift in ihren Korb und verteilt kleine Tütchen mit selbstgebackenen Plätzchen und ein kleines Geschenk an die Beamten. Denen steht die Überraschung ins Gesicht geschrieben. „Das ist ja nett“, sagt Nadine Sattler. Die Beamten danken den beiden herzlich. Der ältere Herr wünscht den Polizisten, dass sie weiterhin bei den Menschen für Ordnung sorgen können - Ordnung von außen, für die innere Ordnung der Menschen sei Gott da. (apa)

Was die Frankenberger Beamten am Heiligabend noch erlebt haben, lesen Sie in der Ausgabe derFrankenberger Zeitung vom 27. Dezember. Frohes Fest!

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