Momente im Advent: Frankenberger Tierheim vermittelt Tiere nicht als Geschenk

Kein Kätzchen unterm Weihnachtsbaum

Frankenberg-Schreufa - Leichtfertigkeit, Mitleid oder der Wunsch eines Kindes nach einem tierischen Freund sind meist Auslöser für die Anschaffung von Hund, Katze oder Nager zu Weihnachten. Dies kann jedoch unerwünschte Folgen mit sich bringen.

Alle Jahre wieder geben Menschen nach Weihnachten Tiere im Tierheim ab oder setzen sie im schlimmsten Fall sogar aus. Ursachen dafür gibt es viele: Aus dem niedlichen Katzenkind hat sich eine „Kratze-Katze“ entwickelt, das Kaninchen beginnt streng zu riechen, die Kinder verlieren das Interesse oder der Besitzer ist schlicht von den hohen Kosten der Tierhaltung überrascht, weil er sich nicht ausführlich genug mit der Thematik beschäftigt hat.

Erziehung ist für Hunde sehr wichtig

„Ein Tierheim ist kein Kaufladen, wo man einfach etwas umtauscht, wenn es einem nicht gefällt“, betont Barbara Wachtendorf vom Frankenberger Tierheim in Schreufa. Dort werden Tiere deshalb gar nicht erst als Weihnachtsgeschenk vermittelt. „Damit haben wir viele schlechte Erfahrungen gemacht“, fügt Wachtendorf hinzu. Die Leute würden sich Tierhaltung häufig einfacher vorstellen.

Vor ein paar Jahren habe das Tierheim einen Hund vermittelt, der nach ein paar Monaten wieder zurückgebracht wurde, weil er nach einem Kind geschnappt hatte. „Wir fanden später heraus, dass die neuen Besitzer ihm alles haben durchgehen lassen und ihn nicht erzogen haben - er durfte beispielsweise auf das Bett und das Sofa“, sagt Barbara Wachtendorf, „irgendwann denkt der Hund dann eben, er wäre der Chef.“ Erziehung sei deshalb für einen Hund sehr wichtig. Zudem sollte auch die ganze Familie mit der Adoption eines Tieres einverstanden sein, da es sonst immer wieder zu Konflikten kommen könne.

Auch passt nicht jeder Hund gleich gut in eine Familie. „Ein Border Collie beispielsweise ist ein Hütehund, der möchte sein Köpfchen anstrengen. Und das geht nicht nur in Form von langen Spaziergängen, sondern mit abwechslungsreichen Suchspielen“, erklärt Wachtendorf. Wird ein Hund nicht genügend gefordert oder oft allein gelassen, komme er auf dumme Gedanken - zum Beispiel zerstört er die Wohnungseinrichtung. Generell rät sie neuen Tierbesitzern, eine Hundeschule zu besuchen.

Aber nicht nur junge und sportliche Hunde wünschen sich ein neues Heim - ältere und kranke genauso. „Kein Tier sollte seine letzten Monate im Tierheim verbringen müssen“, betont Wachtendorf. „Wenn wir ein Tier zu einer Pflegestelle geben, wird uns oft berichtet, dass es dort noch einmal richtig aufgeblüht ist.“ Um jedem Tier ein möglichst langes und schmerzfreies Leben bieten zu können, hat das Tierheim ein Spendenkonto für Operationen und Kastrationen eingerichtet.

Zahl der verwilderten Katzen nimmt zu

„Immer mehr verwilderte Katzen müssen eingefangen und kastriert werden“, sagt Wachtendorf. Dies ist wichtig, da sich die Tiere sonst unkontrolliert vermehren. „Vor zehn Jahren gab es nur ein Drittel der heutigen verwilderten Katzen.“ Zudem ist eine Kastration günstiger als ungewünschte Katzenbabys zu behalten, zu versorgen und bei Krankheit behandeln zu lassen.

Bürger, die kein Tier bei sich aufnehmen können oder möchten, aber trotzdem helfen wollen, können dem Tierheim auch etwas von dessen Wunschliste über den Internethändler Amazon schenken. Der Link dazu ist auf der Internetseite zu finden. Die Spende hilft den Tieren in der Regel auch mehr als eine unüberlegte Adoption.

Das Frankenberger Tierheim befindet sich in der Sachsenberger Straße 1b in Schreufa und ist telefonisch unter 06451/6309 oder im Internet auf www.tierheim-frankenberg.de zu erreichen. Spenden sind möglich an Sparkasse Waldeck-Frankenberg, IBAN: DE04523500050005044490, BIC: HELADEF1KOR; oder auf das Operations- und Kastrationskonto, Volksbank Mittelhessen, IBAN: DE04513900000020305401, BIC: VBMHDE5F.

Von Sara Schelberger

Kommentare