Frankenberg

Kein Kindernotarzt für Region

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- Frankenberg (da). Im Landkreis wird kein Kindernotarztwagen stationiert. Weil ein auf kleine Patienten spezialisierter Notarztwagen viel Personal erfordert, sieht Bürgermeister Christian Engelhardt dafür keine Chancen in der Region

Engelhardt erteilte damit entsprechende Forderungen Frankenberger Eltern eine Absage. Mit einer Unterschriftenaktion wird derzeit ein spezielles Einsatzfahrzeug gefordert, das bei Kindernotfällen ausrückt. Initiatoren sind die Eltern der kleinen Kimberly Joelle, die im Februar mit erst 17 Monaten starb. Iris und Frank Krummel sind überzeugt, dass ihre Tochter eine bessere Versorgung hätte haben müssen. Kimberly Joelle war nach dem Krankentransport von Frankenberg nach Marburg in der Uni-Klinik verstorben. Ihre Eltern hatten die Behandlung im Rettungswagen kritisiert (FZ berichtete).

Engelhardt hatte deshalb in der vergangenen Woche ein Treffen organisiert. Teilnehmer waren der Kinderarzt Dr. Jörg Hallmann, Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick als Vertreter des Landkreises, Notärztin Dr. Monika Güttinger und die Vorsitzende des Kinderschutzbundes Frankenberg, Martina Wiechens. Sie erörterten die notfallmedizinische Versorgung von Kindern im Frankenberger Land. „Die Einführung eines Kindernotarztwagens, wie hier diskutiert, ist hier im Landkreis nicht denkbar“, sagte Christian Engelhardt. Dabei gehe es nicht um die Kosten für den Notarztwagen von 175 000 Euro. „Diese Kosten würden meiner Ansicht nach vom Landkreis ohne Weiteres geschultert werden können.“

Problem sei eher der Betrieb des Wagens: „Für die durchgehende Besetzung eines Kindernotarztwagens wären mehrere Kinderärzte nötig, da ja ein solcher Rettungswagen an 360 Tagen im Jahr 24 Stunden rund um die Uhr besetzt sein müsste, um Sinn zu machen.“ Daher gebe es solche Kindernotarztwagen ausschließlich in Verbindung mit großen Krankenhäusern wie zum Beispiel der Marburger Uni-Klinik. Das Marburger Fahrzeug rückt häufig auch in den Landkreis Waldeck-Frankenberg aus.

Die kindernotärztliche Versorgung sei aber gut, sagte Engelhardt. Jeder Rettungswagen im Landkreis sei mit Kindernotfall-Equipment ausgestattet. „Sogar ein Kinderbeatmungsgerät ist vorhanden.“ Die Notärzte seien für die notfallmedizinische Behandlung von Kindern qualifiziert. Außerdem könne die Rettungsleitstelle Kinderärzte hinzuziehen, die mit „Piepsern“ ausgestattet seien. In Frankenberg bestehe ein kinderärztlicher Notdienst, an Werktagen könnten besorgte Eltern jederzeit einen Kinderarzt erreichen. Nur am Wochenende müsse man auf den allgemeinen ärztlichen Notdienst zurückgreifen – gerade diese Tatsache wird allerdings von vielen Eltern kritisiert.Kinderschutzbund und Stadt wollen ein Informationsschreiben verfassen.

Mehr lesen Sie in der FZ vom Dienstag, 12. April

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