Verhandlung vor dem Frankenberger Amtsgericht

Kein Urteil, aber ein neuer Zeuge

Frankenberg - Als Richterin am Amtsgericht erlebt Andrea Hülshorst viele Reaktionen von Zeugen und Angeklagten: Lügen und phantasievolle Schilderungen, Gedächtnislücken und Beteuerungen, Unbelehrbare und Verschüchterte. Dementsprechend kommt es selten vor, dass die Richterin die Contenance verliert. Doch in der Verhandlung am Dienstag entwich ihr ein "Was?!" in einem Tonfall, der ihre Überraschung und Empörung gleichermaßen verriet.

Im Nebensatz hatte eine Zeugin erwähnt, dass es nicht nur einen weiteren Zeugen gibt, sondern dass dieser sogar ein Handyvideo von der Situation gemacht hatte, um die es in der Verhandlung ging.

Zwei Brüder, 45 und 35 Jahre alt, sind wegen Körperverletzung angeklagt: Sie sollen im November 2013 in einer Frankenberger Kneipe einen 53-Jährigen niedergeschlagen und getreten haben. Dabei erlitt der Mann einen Nasenbeinbruch, einen Riss der Lippe und diverse Prellungen. Bereits die erste Verhandlung im Januar war abgebrochen worden, weil eine Zeugin nicht erschienen war (wir berichteten).

Gestern setzte Richterin Andrea Hülshorst die Verhandlung erneut aus - nicht ohne vorher den neuen Zeugen anzurufen. Ein Zuschauer der Verhandlung hatte ihr die Handynummer gegeben. Weil dieser aber gerade arbeitete, muss die Verhandlung bei einem neuen Termin fortgesetzt werden. Zudem haben sich nach eindringlicher Befragung der anwesenden Zeugen weitere Kneipengäste ergeben, die ebenfalls geladen werden. (apa)

Den ausführlichen Text lesen Sie in der gedruckten Ausgabe der Frankenberger Zeitung am Mittwoch, 25. März.

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