300 Kinder kamen mit ihren Kuscheltieren zur Teddyklinik in die Ederberglandhalle

Keine Angst vorm Arzt

Gewissenhafte Untersuchung: Der fünfjährige Daniel Bornscheuer aus dem Kindergarten Regenbogen in Burgwald kam mit seinem Plüschhund Felix zur Teddy-Doktorin Rebecca Drexler. Das Kuscheltier hatte Fieber und ein gebrochenes Bein. Fotos: Janz

Frankenberg. 300 Kindern und nochmal so viele Plüschtiere: In der Ederberglandhalle ist am Freitag ganz schön was los gewesen. Die Kinder wollten zur Teddyklinik. Die Kuscheltiere wurden verarztet, und die Kinder lernten spielerisch, dass es beim Doktor gar nicht so schlimm ist.

„Die Kinder bringen mit ihren Tieren die eigenen Ängste mit“, sagt Ernst-Dieter Mankel, Präsident des Lions-Clubs Frankenberg. In der Teddyklinik könnten die Kinder erfahren, was beim Arzt alles passiert. Dann sei es für sie selbst nicht so schlimm, wenn sie das nächste Mal krank sind.

Mankel ist neben Frankenbergs Bürgermeister Christian Engelhardt und dem Vorsitzenden des DRK-Kreisverbands, Dr. Rolf Bluttner, Schirmherr der Veranstaltung, die Lions-Club-Mitglied und Oberarzt Klaus Weise organisiert hat. Der Club hat die Marburger Teddyklinik schon zwei Mal in die Halle geholt. Dort gibt es genug Platz für das Wartezimmer, mehrere Behandlungsräume inklusive OP und Apotheke.

Der fünfjährige Daniel Bornscheuer aus dem Kindergarten Regenbogen in Burgwald hat seinen Plüschhund Felix im Arm. „Er hat sich ein Bein gebrochen und hat Fieber“, erzählt Daniel der Teddyärztin Rebecca Drexler. An einem Tisch mit Spritzen, Mullbinden, Pflastern und einem Fieber-Thermometer aus Pappe untersuchen sie zusammen den plüschigen Patienten. Für jede Behandlung ist etwa eine Viertelstunde vorgesehen.

Daniel war schon im vergangenen Jahr dabei. Er hat sogar das Impfbuch wieder mitgebracht. Felix bekommt eine einfache Schiene, nachdem eine „Röntgenkamera“ den Beinbruch bestätigt hat. Bevor die Ärztin mit Daniel in die Apotheke geht, möchte er mit Felix aber unbedingt noch zum Zahnarzt.

Alle Kinder haben sich vor dem Besuch der Teddyklinik eine Krankheit für ihr Plüschtier ausgedacht. Ein Teddy hat Bauchschmerzen, eine Puppe Husten, und ein Elefant kommt mit gebrochenem Rüssel zu den Ärzten. Selbst Blinddarmoperationen sind dabei.

„Die Kinder sind sehr kreativ“, sagt Organisatorin Julia Vöhl. Sie ist eine von knapp 30 Marburger Studenten, die seit acht Jahren die Teddyklinik betreiben. Aus vielen Rückmeldungen der Kindergärten weiß sie, dass der Besuch in der Teddyklinik den Kindern hilft, weniger Angst vor dem Arztbesuch zu haben. Es gibt aber auch eine wissenschaftliche Studie, sagt Vöhl.

Im vergangenen Jahr kamen 250 Kinder, diesmal sind es schon 300. Nächstes Jahr könnten aber noch zwei oder drei weitere Kindergärten kommen, sagt Ernst-Dieter Mankel vom Lions-Club. Er will die Teddyklinik 2011 wieder einladen.

Von Marcus Janz

Quelle: HNA

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