Frankenau

Kellerwalduhr im Feriendorf darf nur noch bis Ende 2010 genutzt werden

- Frankenau (apa). Wegen Störung der Ruhe und der Privatsphäre muss die Kellerwalduhr im Ferienpark Ende 2010 geschlossen werden. Diese Entscheidung ist bereits 2005 vor dem Verwaltungsgericht gefallen.

Die Kellerwalduhr hat vor vier Jahren für Ärger gesorgt: Das Informationszentrum am Rande des Feriendorfes war besonders den direkten Nachbarn ein Dorn im Auge. Die Mieter und Besitzer der Ferienhäuser fühlten sich gestört von Wander- und Schulgruppen, die sich vor dem Gebäude versammelten. Lautstarke Gespräche, Routenplanungen und Rufe zum Abmarsch störten die Ruhe der Urlauber. Sie bemängelten außerdem, dass die Besuchergruppen ihnen quasi „auf den Grill“ gucken konnten. Auch die Autos der Infozentrum-Besucher störten sie. Die beiden streitenden Seiten trafen sich vor dem Verwaltungsgericht in Kassel. Dort wurde im November 2005 ein Vergleich geschlossen. Das Gericht sprach den Feriendorfgästen ein Anrecht auf Wahrung der Intimsphäre zu. Zunächst wurde deshalb der Eingang der Kellerwalduhr auf die andere Seite gelegt, so dass sie vom Hohlen Weg aus zugänglich ist und Besucher keinen Grund mehr hatten, sich zwischen den Ferienhäusern aufzuhalten. Außerdem wurde festgelegt, dass die Kellerwalduhr höchstens bis zum Jahresende 2010 als Informationszentrum genutzt werden darf. Für die Stadt Frankenau ist entscheidend, dass es auch weiterhin eine adäquate Einrichtung auf der Südseite des Nationalparks geben wird, in der Besucher Informationen zu Natur- und Kulturlandschaft sowie zum Nationalpark Kellerwald-Edersee bekommen. Seit feststeht, dass die Kellerwalduhr nur noch bis 2010 genutzt werden kann, ist auch klar, dass ein neues Infozentrum gebaut werden wird. Während die Stadt Frankenau Besitzerin der Kellerwalduhr ist, wird die Nationalparkverwaltung – und damit Hessen-Forst – Bauherrin für das neue Infozentrum sein. Das neue Gebäude soll übrigens keine Konkurrenz für das Nationalparkzentrum bei Kirchlotheim darstellen, betonte Bürgermeister Reinhard Kubat. „Das muss kein Riesenbau werden“, sagte der Frankenauer Rathauschef, „aber es muss angemessen sein.“ „Lange war als Standort das Gelände neben der neuen Stadthalle favorisiert“, informierte Reinhard Kubat auf Anfrage der FZ. Doch mittlerweile gibt es andere Pläne: In einem kleinen Waldstück direkt am Eingang zum Nationalpark soll das neue Infozentrum entstehen – übrigens nur einen Steinwurf von der Kellerwalduhr entfernt, allerdings außerhalb des Feriendorfes am Sternberg. Ganz in der Nähe wurde erst vor Kurzem ein Wendeplatz für Busse eingerichtet. Nach Kubats Angaben ist in Kürze ein Ideenwettbewerb geplant. Die Nationalparkverwaltung als Bauherr schreibt diesen aus, um eine kreative und passende Idee für das Gebäude im Baumbestand zu finden. Dort sollen dann auch Toiletten und ein geeigneter Treffpunkt für Wanderer eingerichtet werden. Über 400 000 Euro hat die Kellerwalduhr gekostet, als sie vor zehn Jahren gebaut wurde. Die EU förderte das Projekt mit 200 000 Euro. Mittlerweile ist darin nicht nur eine Ausstellung zur Fauna und Flora im Nationalpark untergebracht, sondern auch das Büro des Naturschutz-Großprojektes. Was nach Dezember 2010 mit dem Gebäude geschieht, steht noch nicht fest, sagt Kubat. „Vielleicht bauen wir es zurück, und es wird ein Ferienhaus.“

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