Raubgrabungen am Eisenberg

Keltische Siedlung lockt noch immer

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Wilfried Morgenroth, Ortsvorstereher Walter Jacobi und Frank Röbert vom Forstamt (von links) vor dem Loch, das Unbekannte bei illegalen Raubgrabungen auf dem Eisenberg gegraben haben.Foto: Mark Adel

Battenberg - Der Eisenberg ist beliebtes Ziel von Wanderern und Drachenfliegern, aber auch von Archäologen und Geschichtsinteressierten: Nahe am Gipfel sind für Kenner Reste eines keltischen Dorfs sichtbar. Doch bei illegalen Ausgrabungen wird Stück für Stück dieser historischen Stätte zerstört.

Kenner wussten es schon länger, doch der Marburger Bezirksarchäologe Dr. Klaus Sippel machte die mehr als 2000 Jahre alte Keltensiedlung öffentlich: Im Jahr 2003 veröffentlichte er einen Führer mit Informationen. Mit Hilfe des Battenbergers Wilfried Morgenroth hatte er den Eisenberg erkundet und vermessen und dabei den Ringwall der Siedlung entdeckt. Er ist mit etwas Phantasie und Übung noch immer erkennbar.

Auf dem Gipfel haben folglich Menschen gelebt und gearbeitet. Die Siedlung war in spätkeltischer Zeit vermutlich eine Nachfolgeanlage der Christenberg-Siedlung. Keramikscherben, Münzen und Überreste wurden schon in den 80er Jahren entdeckt, doch wissenschaftlich untersucht wurde das Gelände erst von Dr. Klaus Sippel vor zehn Jahren.

Die Funde sind wertvoll, vor allem, wenn es sich um Bronze handelt. Deshalb lockt die historisch bedeutsame Stätte nicht nur Geschichtsfreunde, sondern auch Raubgräber, die dort gar nichts zu suchen haben. Denn die Keltensiedlung behält ihre Bedeutung vor allem dadurch, dass die Überreste dort bleiben, wo sie sind - im Boden.

Doch längst haben Schatzsucher den Eisenberg für sich entdeckt und zerstören das archäologische Denkmal Stück für Stück. Frank Röbert vom Frankenberger Forstamt bezweifelt, dass inzwischen überhaupt noch Funde zu machen sind: „Eigentlich ist alles durchwühlt.“ Doch Grabräuber versuchen immer wieder ihr Glück: Erst vor wenigen Tagen entdeckte ein Archäologie-Student ein neues Loch. Klaus Sippel informierte daraufhin Frank Röbert mit der Bitte, das Loch zu schließen.

Seit dem Aufkommen der Metalldedektoren hätten die Raubgrabungen zugenommen, berichtet Wilfried Morgenroth. Immer mal wieder werden die Schatzsucher auch gesehen. Frank Röbert bittet mögliche Zeugen um Hinweise, denn archäologische Denkmäler unterliegen dem hessischen Denkmalschutzgesetz. Schon die Suche nach solchen Denkmälern ist genehmigungspflichtig.

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