Gemünden: "Es lohnt sich, Energie zu investieren"

Kerstin Knoth leitet Schule kommissarisch

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Seit August des vergangenen Jahres leitet Kerstin Gnoth die Gemündener Cornelia-Funke-Schule in Vertretung. Kommissarische Schulleiterin darf sie sich seit Donnerstag nennen – damit ist es wahrscheinlich, dass sie die nächste Rektorin wird.Foto: Malte Glo

Gemünden - Kerstin Gnoth führt künftig die Cornelia-Funke-Schule in Gemünden. Am Donnerstag ernannte sie Schulamtsdirektorin Uta Opper-Fiedler zur "Schulleiterin im Kommissariat".

Auf dem Schreibtisch von Kerstin Gnoth steht ein großer Präsentkorb. Er ist gefüllt mit einigen Knabbereien und viel, sehr viel Obst - er verströmt den Geruch von Vitalität und Gesundheit. „Den habe ich von den Kollegen“, sagt die Lehrerin für Englisch und Sport. Das Präsent ist eine Gratulation: Seit Donnerstag ist Gnoth das, was sie seit August vergangenen Jahres schon in Vertretung war, Schulleiterin.

Noch steht ein „kommissarisch“ vor der Berufsbezeichnung, doch faktisch ist Gnoth damit die neue Rektorin der Verbundschule. „Wir sind ein Schulleitungsteam“, betont sie allerdings und meint damit die Fachbereichsleiter und insbesondere ihren Stellvertreter Thomas Mandel. Die Teamarbeit sei „ein Stil, der mir am Herzen liegt“, erläutert sie. Gnoth war in ihrer Jugend Volleyballerin, Mannschaftssportlerin, „daher werde ich vieles sportlich sehen und Ausdauer haben“, sagt Gnoth mit Blick auf die Zukunft.

Dass keine leichten Aufgaben vor der Schule mit knapp 430 Schülern und 37 Lehrkräften liegen, besonders wegen sinkender Schülerzahlen, ist Kerstin Gnoth bewusst. Drei Schwerpunkte sieht sie für die nächsten Jahre: „Die Kooperation mit den Grundschulen in Rosenthal und Haina, die Schulsozialarbeit - dafür brauchen wir jemanden - und das Thema Inklusion“. Letzteres sei „eine große Herausforderung, der sich alle Schulen stellen müssen“, gehe es doch um den gemeinsamen Unterricht von Kindern mit und ohne Behinderung oder besonderen Bedürfnissen. „Wir müssen alle Kinder fördern und fordern“, stellt Gnoth den Anspruch an ihr gesamtes Lehrerteam. Gut gelinge dies etwa im gemeinsamen Unterricht des Haupt- und Realschulzweiges in den Klassen fünf und sechs sowie ab nächstem Schuljahr voraussichtlich auch sieben. Lobend hebt sie aber auch die besonderen Angebote der Gemündener Schule hervor, etwa „Mathe für Experten“, die Sprachkurse und mehr.

Sprache und Bewegung

Überhaupt, die Sprache und die Bewegung: „Das ist etwas, was mir wichtig ist“, sagt Gnoth. Während ihrer Ausbildung hat sie ein Jahr nahe London unterrichtet, in Texas brachte sie Amerikanern Englisch bei, sie hat zeitweise in Frankreich gelebt, spricht Spanisch. „Ich möchte sehen, wie andere leben, lehren und lernen“, sagt sie. Ihr Antrieb sei Neugier, Austausch und die eigene Freude am Lernen, „das möchte ich weiter vermitteln“.

An der Cornelia-Funke-Schule wirkt Kerstin Gnoth - mit Unterbrechungen - seit 1998. Sie hat in Marburg und Göttingen studiert und im Anschluss neben ihren Stationen im Ausland die Region kennengelernt: Lehrerin war sie bereits in Wetter, Stadtallendorf, Marburg und an der Battenberger Gesamtschule. „Das Unterrichten macht mir noch immer viel Spaß“, sagt sie, auch wenn der Lehrerberuf nicht immer leicht, dafür immer „abwechslungsreich, spannend und herausfordernd“ sei. Vor der Klasse allerdings steht die Englisch- und Sportlehrerin immer seltener.

„Viele Schätze“ an der Schule

„Es war wie ein totaler Berufswechsel“, sagt Gnoth über ihre heutige Aufgabe, in die sie sich seit August 2011 hineingearbeitet hat. Doch: „Wenn es mir nicht gefallen hätte, hätte ich mich im Januar nicht auf diese Stelle beworben.“ Was sie an der Gemündener Schule schätzt? „Wir haben hier ein kooperativen Kollegium, das die Schüler differenziert behandelt, das ist etwas ganz Besonderes“, sagt sie. Hinzu kämen die kurzen Mitteilungswege in der Schule, die in diesem Sommer seit 100 Jahren ihren heutigen Standort hat. „Und es gibt hier ganz viele Schätze an der Schule“, ergänzt sie, „Menschen mit positiver Ausstrahlung, mit Fähigkeiten und Talenten“. Es lohne sich, Energie darin zu investieren.

Eine Feier zur ihrer Amtseinführung übrigens ist bislang noch nicht geplant: Absolventenfeier, Schuljubiläum, die Schulhofgestaltung in den Sommerferien - es gebe genug, um das sie sich kümmern müsse. Alles andere komme dann später, sagt sie geschäftig. (gl)

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