Direktorin sucht sich neue Aufgaben

Kerstin Scholl verlässt das Hotel Sonne

Frankenberg - Erst Michael Lemke, jetzt Kerstin Scholl: Innerhalb weniger Wochen verlässt das zweite bekannte Gesicht das Frankenberger Hotel Sonne. Die gebürtige Schwäbin sucht sich eine neue Aufgabe - und das Hotel einen Nachfolger.

In den nächsten Wochen muss das Hotel „Die Sonne Frankenberg“ ohne eine Direktorin und Gastgeberin auskommen: Kerstin Scholl kehrt dem Haus am Marktplatz den Rücken. „Frau Scholl wird uns verlassen“, bestätigte Viessmann-Pressesprecher Jörg Schmidt gestern Nachmittag auf Anfrage der Frankenberger Zeitung. Scholl habe den Entschluss gefasst, „kurzfristig eine Chance zu ergreifen“, dies wolle ihr die Unternehmensgruppe gewähren.

Kerstin Scholl war seit Frühjahr 2009 Direktorin des Frankenberger Hotels, noch vor dessen endgültigen Fertigstellung. Zuvor hatte sie 15 Jahre lang auf verschiedenen Kreuzfahrtschiffen gearbeitet. Ihre Ausbildung absolvierte die Schwäbin nahe der Heimat: im Schwarzwald. Es folgten Stationen in Wegis, St. Moritz, Gstaad und in anderen Tourismus-Regionen. Bei Antritt als Direktorin hatte sie sich vorgenommen, aus Frankenberg und der Sonne eine Marke zu machen. Dr. Martin Viessmann, Inhaber des Hotels, hatte damals gesagt, dass Frauen die Gastgeberrolle meist sympathischer interpretieren, als Männer. „Und Frauen verleihen einem Haus auch ein besonderes Ambiente“, hatte er gesagt. Jetzt verlässt die erste Frau der Sonne die Region.

„Es ist in der Hotelbranche üblich und nichts Ungewöhnliches, dass jemand nach einigen Jahren nach neuen Herausforderungen sucht“, hieß es von Jörg Schmidt. Ähnlich hatte sich der Marketing-Direktor Michael Lemke geäußert, der das Hotel bereits im Dezember verlassen hat. Die Battenberger Hotelbetriebsgesellschaft unter Geschäftsführer Michael Pohl, zu der auch das „Alt Battenberg“ und das Viessmann-Gästehaus in der Bergstadt gehören, sei jetzt auf der Suche nach einem Nachfolger für Kerstin Scholl.

Zu den Aufgaben von Scholl und Lemke gehörte seit dem vergangenen Jahr auch die Organisation des Literatur-Festivals „Literarischer Frühling“. Schmidt versichertete, dass die zweite Auflage auch ohne Scholl weiter in Planung sei: „Herr Pohl ist inzwischen ebenfalls einige Zeit an Bord und übernimmt diese Aufgabe in Personalunion“, sagte der Pressesprecher der Viessmann-Gruppe.

Unter Scholls Ägide gelang es dem Hotel, sich deutschlandweit einen Ruf zu machen: Es gehört heute der Kette „Small Luxury Hotels of the World“ an, das Restaurant Philpp-Soldan mit seinem Koch Florian Hartmann trägt einen Michelin-Stern und 16 Gault-Millau-Punkte, Hartmann selbst wurde 2012 von der Fachzeitschrift „Feinschmecker“ als „Aufsteiger des Jahres“ ausgezeichnet. Hinzu kommen zahlreiche weitere Preise, insbesondere für das kulinarische Angebot des Hauses.

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