Kindergottesdienst

Kinder für "biblisches Wort" begeistern

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Gemeinsam haben die Mädchen und Jungen des Kindergottesdienstes die Plakate gemalt, die an vielen Stellen in Birkenbringhausen zu sehen sind und für den Festsonntag werben.Foto: Michael Wickenhöfer

Burgwald-Birkenbringhausen - Spezielle Gottesdienste für Kinder werden in Birkenbringhausen seit sechs Jahrzehnten organisiert. Am Sonntag wollen die Helfer des Kindergottesdienstes, die Mädchen und Jungen und die Kirchengemeinde feiern.

Der Kindergottesdienst der evangelischen Kirchengemeinde hat seinen festen Platz im Burgwalddorf und ist aus dem dörflichen Leben kaum wegzudenken. „Dass er bereits seit rund 60 Jahren existiert, das wissen die wenigsten“, sagt Kindergottesdienstmitarbeiterin Renate Paul. Kaum ein erwachsenes Mitglied der heutigen Gemeinde habe ihn nicht besucht.

Im Jahreswechsel 1951/52 entschloss sich Pfarrer Rohrberg dazu, einen Gottesdienst für die jüngsten Gemeindemitglieder zu organisieren. Seine Frau und die Helferinnen Gretel Arnold, Lieselotte Kahl, Trinchen Arnold und Marianne Arnold unterstützten ihn. Wie heute fanden schon damals Treffen sonntagvormittags statt - weil der Gottesdienst für Erwachsene vor 60 Jahren noch nachmittags gehalten wurde.

1955 übernahm Rudolf Horn die Leitung, bevor er sie einige Jahre später an Hans Klem, der den Kindern eher als „Onkel Hans“ bekannt war, abgab. In den 70er-Jahren übernahm Günter Müller die Aufgabe und organisierte fast 25 Jahre die Kindergottesdienste. Seit 1997 steht ein gemeinsames Team mehrerer Helferinnen an der Spitze. „Ohne die ehrenamtliche Hilfe geht es einfach nicht“, sagt Renate Paul.

Knapp 60 verschiedene Helfer waren in den vergangenen sechs Jahrzehnten aktiv. Damals noch mehr als heute wechselten die Betreuer häufig, denn es gehörte früher „zur guten Sitte“, direkt nach der Konfirmation für einige Zeit im Kindergottesdienst-Helferteam mitzumachen.

Heute sind mit etwas geringerem Wechsel neun junge Frauen aktiv - meist, weil ihr eigener Nachwuchs im Kindergottesdienst war oder ist. „Damit sind wir in der komfortablen Situation, die Gruppen mit mehreren Helferinnen belegen zu können“, sagt Renate Paul. Die regelmäßigen Treffen der Helfer vor dem Gottesdienst würden zwar Zeit in Anspruch nehmen, seien aber besonders wichtig, „um etwas Gutes für die Kinder erarbeiten zu können“.

„Bei allem, was wir tun, steht das biblische Wort im Vordergrund, doch Kindergottesdienst ist wesentlich farbenfroher und abwechslungsreicher, als der normale Gottesdienst. Das ist auch zwingend notwendig, um die Kinder immer wieder zu begeistern“, betont die Kindergottesdienstmitarbeiterin.

Aufgeteilt auf drei Gruppen (Kindergarten, Grundschule und weiterführende Schulen) besuchen knapp 40 Kinder im Alter von drei bis zwölf Jahren den Gottesdienst. Damit ist er seit Jahrzehnten einer der größten im Kirchenkreis und nach wie vor einer der aktivsten. Dass der Kindergottesdienst abwechslungsreich ist, zeigen auch die verschiedenen Aktivitäten. Die biblischen Geschichten werden gespielt, Basteln und Malen finden regelmäßig statt. Seit den 80er-Jahren essen die Kinder jeden letzten Samstag im Monat gemeinsam nach dem Kindergottesdienst. Der lebendige Adventskalender, Kinderbibelwochen oder das jährliche Krippenspiel in der Kirche sind weitere Höhepunkte.

Ehrenamtliches Engagement zeigen nicht nur die Helferinnen, seit einigen Jahrzehnten hat der Kindergottesdienst regelmäßig ein Patenkind in Afrika und finanziert die Ausgaben dafür aus den Kollekten.

„Uns ist nahezu ungeplant aufgefallen, dass wir in diesem Jahr unser Jubiläum feiern, und dabei haben wir auch bemerkt, dass es noch nie zuvor eine Jubiläumsfeier gegeben hat“, lacht Renate Paul. Ein Grund für das Team, am Sonntag eine würdige Feier zu organisieren.

Beginnen wird das Gemeindefest rund um die Kirche mit einem Gottesdienst ab 14 Uhr. Im Anschluss gibt es einen abwechslungsreichen Nachmittag mit Spielen und Singen. Der Kindergottesdienst-Beauftragte aus Hatzfeld, Lee Kosmos Ndeiy, wird den Nachmittag mit christlichen Liedern in verschiedenen Sprachen umrahmen. Vor allem auf die Darbietung auf Plattdeutsch freuen sich die Helferinnen besonders.

Die Besucher werden auf besondere Weise in das Fest eingebunden: Im Rahmen eines biblischen Suchspiels gilt es, dass Paare wie Adam und Eva zusammenfinden. Alle bisherigen Helfer hat das Organisationsteam zu einem Ehemaligentreffen eingeladen. In vergangenen Zeiten schwelgen können die Besucher bei der Bilder- und der Geschenkausstellung. Seit vielen Jahrzehnten erhalten die Kinder zu Weihnachten Geschenke wie selbst gebastelte Puppen, brandgemalte Frühstücksbrettchen oder Tassen. Die Helferinnen haben in den vergangenen Wochen viele dieser Geschenke zusammengetragen und zeigen die Vielfalt beim Familientag. Den Abschluss des Tages soll ein Abschlusssingen gegen 17 Uhr darstellen.

von Michael Wickenhöfer

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