Ärger über einen Schülertransport zwischen Somplar und Frankenberg

Kinder zu Fuß auf glatter Straße

Schülerbeförderung: Dabei kommt es auch zu Situationen, die Anlass zur Kritik bieten. Archivfoto: Camrath

Frankenberg/Wangershausen. Ärger gibt es über einen Schülertransport zwischen Somplar und Frankenberg. Wegen Glatteises hatte der Fahrer eines Linienbusses sein Fahrzeug am Dienstagmorgen bei Wangershausen angehalten, um auf den Streudienst zu warten. Einige Kinder waren daraufhin zu Fuß nach Frankenberg gegangen.

„Dass die Kinder ungesichert in der Morgendämmerung auf glatter Straße mit unübersichtlichen Kuppen und Kurven allein die fünf Kilometer nach Frankenberg gegangen sind, ist ein Ding der Unmöglichkeit und eine unnötige Gefährdung“, kritisiert der Vater einer elfjährigen Burgwaldschülerin, der auch als Elternbeirat aktiv ist.

Richtig sei gewesen, dass der Busfahrer anhielt, sagt der Vater. Er kritisiert aber, was danach geschah.

Laut Energie-Gesellschaft Waldeck-Frankenberg (EWF), die für den Bustransport zuständig ist, hätten einzelne Kinder im Bus ihre Eltern über Handy informiert. Ältere Schüler hätten gefragt, ob sie aussteigen dürfen. Der Busfahrer habe die Schüler ausdrücklich auf die Gefahren hingewiesen. Zwischenzeitlich seien einige Eltern gekommen und hätten Kinder mit dem Auto in die Schule gefahren.

Nach etwa zehn Minuten habe der Bus laut EWF seine Fahrt fortgesetzt. Von ursprünglich 35 seien noch zirka zehn Kinder an Bord gewesen. „Ob es sinnvoll war, dass die Eltern die Kinder trotz Glatteises mit Autos abholten, darüber kann man unterschiedliche Meinung sein“, sagt EWF-Sprecherin Heike Bayerköhler.

Der Vater fordert, dass es für einen solchen Fall einen Notfallplan geben müsse. Auf keinen Fall hätte der Busfahrer Kinder alleine die Straße entlang laufen lassen dürfen. Er hätte die Polizei verständigen müssen.

„Es war eine extreme Situation“, sagt Helmut Klein, Leiter der Burgwaldschule. „Eigentlich hätte der Busfahrer die Türe gar nicht öffnen dürfen.“ Doch das wäre angesichts des Drängens der Kinder und des Eintreffens der Eltern kaum durchzusetzen.

„Es gilt, aus diesem Fall zu lernen und in Ruhe zu besprechen, wie man künftig in solchen Situationen umgeht“, sagte er. Der Vater und Elternbeirat schlägt vor, dass eine erwachsene Aufsichtsperson in Schulbussen mitfahren sollte.

Sturz aus anfahrendem Bus

Ärger über den Schülertransport gab es, wie berichtet, Anfang der Woche auch an der Bushaltestelle Auf der Heide gegeben. Dort war ein 16-jähriger Schüler gestürzt, weil der Bus anfuhr, obwohl er noch am Aussteigen war. Der Vater hat Anzeige wegen Körperverletzung gegen das Busunternehmen erstattet.

Von Martina Biedenbach

Quelle: HNA

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