Prozess gegen 31-Jährigen aus Waldeck-Frankenberg ging weiter – Gutachten sprechen von pädophilen Neigungen und Hang zu stark übergewichtigen Frauen

Kinder schilderten Missbrauch

Waldeck-Frankenberg. Mit mehreren Zeugenvernehmungen ist am Mittwoch vor dem Marburger Landgericht der Prozess gegen einen 31-Jährigen aus Waldeck-Frankenberg fortgesetzt worden, dem schwerer sexueller Missbrauch von sechs Kindern vorgeworfen wird.

Das Gericht deutete an, dass wegen einschlägiger Vorstrafen auch eine Sicherungsverwahrung nach Ablauf einer möglichen Haftstrafe in Betracht komme.

Der Vorsitzende Richter Carsten Paul verlas mehrere Gutachten und Stellungnahmen, die während einer vergangenen Haft des Angeklagten angefertigt worden waren. Aus ihnen geht hervor, dass der Mann wenig therapiewillig sei und eine Rückfallgefahr bestehe.

Wie berichtete, hatte sich der Angeklagte bereits im Alter von 16 Jahren das erste Mal an einem Kind vergangen. Weitere Taten gegen einen achtjährigen Jungen folgten ein Jahr später. 2001 wurde er rückfällig und missbrauchte ein sechsjähriges Mädchen.

Er sei nicht ausschließlich pädophil, so die Stellungnahmen, vielmehr habe er auch einen Hang zu stark übergewichtigen Frauen. In jedem Fall habe er eine gestörte Sexualität, die unter anderem auf einen eigenen Missbrauchsfall in der Kindheit zurückzuführen sei.

Seine Ehefrau verweigerte vor Gericht die Aussage. Vernommen wurden jedoch drei der möglichen Opfer des Angeklagten. Ein heute neunjähriges Mädchen erklärte, vor zwei Jahren alleine bei dem Mann übernachtet zu haben. Die Mutter gab an, dass er ihr vertrauenswürdig erschien, von seiner Vergangenheit habe sie nichts gewusst, erst recht nicht, dass eine richterliche Anordnung bestand, nach der der Mann nicht alleine mit Kindern unter 14 Jahre zusammen sein durfte.

Das Kind erzählte dem Gericht, dass es mit dem Angeklagten zusammen geduscht habe. Es habe sie gestört, dass er dabei nichts anhatte, deshalb hätte sie weggeschaut, so die Zehnjährige. Mehr sei nicht passiert.

Anders stellte sich die Sache bei den anderen Mädchen dar. Zwar wurden sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen, zwei Polizistinnen, die nach der Festnahme des Angeklagten im Februar dieses Jahres mit den zum Tatzeitpunkt Achtjährigen gesprochen hatten, berichteten, eines der Mädchen habe ihnen in Details geschildert, dass der Mann sie unsittlich berührt habe. In einem Fall habe er versucht, in das Kind einzudringen und habe nur abgelassen, als dies wehgetan habe. (kse)

Einen ausführlichen Bericht lesen Sie in der gedruckten Donnerstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine

Quelle: HNA

Kommentare