Dodenau: "Big Brother" im Meisenhaus

Kinder warten auf das erste Vogelpärchen

Dodenau - Eine anonyme Spende haben die Erzieherinnen der evangelischen Kindertagesstätte in ein ungewöhnliche Projekt investiert: Die Kinder können Meisen bald beim Nisten zu sehen. Ermöglicht wird das durch eine Kamera im Nistkasten.

Der Nistkasten hängt seit einigen Tagen, und jeden Tag warten die Kinder sehnsüchtig auf "Bewohner". "Doch die Nistzeit beginnt erst im April", sagt Kita-Leiterin Astrid Huhn. Dann, so hoffen Kinder und Erzieherinnen, zieht ein Meisenpaar in das neue "Heim" am Rande des Kindergarten-Geländes. "Vor allem die Vorschulkinder sind ganz aufgeregt und warten." Die kleinen Naturfreunde haben sich schon über das Leben der Blaumeisen informiert.

Im Dach des Nistkastens ist eine Kamera installiert, die mit einem Monitor im Flur des Kindergartens verbunden ist. Am Bildschirm können Kinder, Erzieherinnen und Eltern verfolgen, wie das Leben in einem Meisenheim aussieht: "Vom Nestbau über das Brüten bis zum Auszug der Jungvögel", sagt Astrid Huhn. "Es sind schon Blaumeisen im Baum, aber noch nicht im Nistkasten." Der hat ein extra enges Loch, damit Eichhörnchen die Eier nicht stehlen können - denn auch die tummeln sich auf dem Kindergarten-Grundstück.

Im vergangenen Jahr hat der Kindergarten eine anonyme Spende über 500 Euro erhalten. Die Erzieherinnen überlegten, wie das Geld möglichst sinnvoll angelegt werden kann - Astrid Huhn erinnerte sich an eine Leiterinnen-Tagung, in der über die Nistkästen berichtet worden war.

Die Idee fand Zustimmung, Fernseher und Spezialnistkasten wurden gekauft, und Wolfgang Müller übernahm die aufwendige Verkabelung. Förster Siegfried Stute beriet die Erzieherinnen bei der Suche nach dem richtigen Standplatz: Der Nistkasten befindet sich am Rand des Grundstücks, wo die Vögel recht ungestört sind. Im Flur können Kinder das Leben im Nistkasten beobachten - und Astrid Huhn ist überzeugt, dass auch Erzieherinnen und Eltern gebannt vor dem Fernseher sitzen. "Es ist ein Projekt für alle Generationen", sagt sie.

Der Bildschirm im Flur erfüllt noch einen weiteren Zweck, wenn die Meisen nicht in ihrem Häuschen sind: "Zu den Hol- und Bringzeiten zeigen wir dann Bilder", sagt Huhn.

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