Löhlbach

Der Kindergarten zieht in die Schule

- Haina - Löhlbach (gl). Damit die Kleinen nicht nach Haina müssen, wird bis zum 16. August umgezogen. Spielsachen, Schränke und vieles mehr fahren Mitarbeiter des Bauhofes in das nicht genutzte Schulgebäude.

Haina-Löhlbach. Seit Montagmorgen ist die gesamte Belegschaft des Bauhofes der Gemeinde Haina mit einigen Schülern dabei, den Kindergarten in Löhlbach auszuräumen. Im Hintergrund wird derweil gebaut: in einem guten halben Jahr wird der Kindergarten nicht mehr der alte sein. Solange allerdings müssen sich die Kleinen gedulden. Eine energetische Renovierung und der Anbau für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren brauchen Zeit. Damit der Kindergartenbetrieb ungehindert weitergeht, hat sich die Gemeinde nun dazu entschlossen, die Kleinen in die Schule einziehen zu lassen. Mit Auslaufen des vergangenen Schuljahres wurde der Schulbetrieb in der Löhlbacher Grundschule eingestellt (FZ berichtete). Die Schulkinder müssen nach dem Ende der Sommerferien in zwei Wochen also direkt nach Haina zur Schule. Während Bürgermeister Rudolf Backhaus noch über die zukünftige Nutzung des Schulgebäudes verhandelt – geplant sind diverse Geschäfte und eine Einrichtung für betreutes Wohnen – wird der Bau zumindest in den kommenden Monaten nicht leer stehen, denn der Kindergarten zieht ein. „Das kam ziemlich überraschend für uns,“ berichtet die Leiterin Sabine Ritter, „wir wussten bis vor kurzem noch nicht, dass wir die Schulgebäude nutzen können.“ Eigentlich war geplant, die Kinder in den Hainaer Kindergarten zu schicken. Alternativ hätten sie warten müssen, bis der Anbau für die Kleinkinder fertig geworden wäre. Dort hätten sie dann während der Bauarbeitern im alten Teil des Kindergartens spielen müssen. „Das ist aber die beste Lösung“, sagt Ritter über die Schule als Ausweich-Kindergarten. „Für die Eltern sind die Wege näher und für die Kinder ist die Umstellung nicht so groß“, erklärt sie. Ohnehin bedeuteten neue Räumlichkeiten für die Jüngsten genug Änderungen. Um die Gewöhnung an das Halbjahres-Domizil so einfach wie möglich zu gestalten, sind die Gruppen bewusst unverändert geblieben, das Mobiliar und die Spielsachen sind den Kleinen aus dem täglichen Gebrauch vertraut. „Von den Kosten her macht es keinen Unterschied, ob die Kinder nach Haina in den Kindergarten kommen, oder das nächste halbe Jahr in der Schule verbringen, also ist es doch sinnvoller, die Schule vom Landkreis anzumieten“, erklärt Bürgermeister Rudolf Backhaus, der sich derzeit bemüht, das Gebäude für die Gemeinde zu kaufen. Der fast leere Löhlbacher Kindergarten wird, wie auch sein Pendant in Haina, für die Betreuung von Kindern unter drei Jahren erweitert. Zudem wird er komplett renoviert. Die Gesamtkosten für beide Baustellen liegen bei knapp 920 000 Euro – den überwiegenden Teil zahlen Bund und Länder, auch der Kreis beteiligt sich. Um weitere Kosten zu vermeiden, wird die Schule, von der der Kindergarten drei Räume nutzen soll, nicht renoviert. „Für ein Halbes Jahr lohnt sich das nicht, die Schule lassen wir so, wie sie ist“, sagt Backhaus. Ohnehin sei noch genug zu tun: Tische, Regale, Stühle müssen montiert und aufgestellt, Spiele und Bastelsachen eingeräumt werden. Mehr als 20 Fahrten mit Lkw, Pritschenwagen und Pkw haben Gerhard Ernst und seine Kollegen vom Hainaer Bauhof bereits hinter sich – trotzdem müssen sie einige Gegenstände in der angrenzenden Gemeinde-Außenstelle zwischenlagern. „Der Bauhof hilft ganz toll mit“, sagt Kindergartenleiterin Ritter erfreut. Alleine mit den Schülern als Hilfe hätte sie es bis zum wohl nicht geschafft, bis zum Schulstart am 16. August alles umzuräumen. Dann nämlich macht auch der Kindergarten wieder auf.

Kommentare