Margaretha Bender hat selbst eine Krippe gebaut, die sie zu Weihnachten aufstellt

Ihr Kinderlein kommet

Viermünden. Eine Krippe gehört für viele Menschen zu Weihnachten wie der Tannenbaum. Auch für Margaretha Bender aus Viermünden. Sie hat aber eine besondere Krippe: Die 73-Jährige hat die Szene von Jesu Geburt im Stall von Bethlehem selbst nachgebaut. „Ich habe die Figuren selbst aus Gips gegossen und bemalt“, erzählt Margaretha Bender. Für den Stall habe sie sich von einem Schreiner Holz zusägen lassen. „Dann habe ich mir gedacht: Was der kann, kann ich auch.“ Wie man mit einer Stichsäge umgeht, habe sie sich einfach selbst beigebracht.

Auf einer großen Platte von etwa einem mal anderthalb Meter hat sie die Weihnachtsgeschichte dargestellt – mit Jesus in der Krippe, Maria und Josef, den Tieren im Stall, mit Hirten, Engeln und den drei Weisen. Auch auf Details legt die Hobby-Bastlerin Wert: Das Dach der Hütte hat sie mit Stroh vom Nachbarn gedeckt, den Boden davor mit Moos und kleinen Steinchen, es gibt einen Zaun, einen Brunnen, die Tiere haben einen Futterstand mit Heu und die Hirten ein Lagerfeuer. „Das ist wirkliche Handarbeit, nichts Künstliches, schließlich soll alles originalgetreu aussehen“, sagt Margaretha Bender.

Schon vor sechs Jahren hat sie mit dem Bau der Krippe begonnen. „Damals habe ich vier Wochen lang in der Küche gearbeitet. Seitdem kommt jedes Jahr etwas Neues dazu.“ Die Anregungen dazu holt sie sich aus Weihnachtszeitschriften. „Man muss ja Beschäftigung haben.“

Auch die Leitungen für die Lampen im Stall und den Motor am Brunnen daneben hat die Witwe selbst verlegt. „Ich hab früher auch Autos repariert, sowas konnte ich irgendwie schon immer.“ Ihr Vater und ihre Bruder waren Maler, erzählt die 73-Jährige, die aus dem Korbacher Stadtteil Niederschleidern stammt und früher bei Conti und Hettich gearbeitet hat. Das Bemalen der feinen Gesichtszüge der Krippenfiguren fällt ihr deshalb nicht schwer. Details wie Nase und Mund zeichnet sie mit einem Zahnstocher nach. „Wenn man die ganze Arbeit berechnet, kommen bestimmt mehrere hundert Euro zusammen“, schätzt sie.

Krippe steht bei ihr im Flur

Die Krippe steht jedes Jahr im Flur ihrer Wohnung. Das hat sich auch schon herumgesprochen. „Neulich hat mich die Briefträgerin gefragt, ob sie mal hochkommen dürfe, um die Krippe zu sehen“, berichtet Margaretha Bender. Die Frau habe ihr gesagt, dass das doch etwas für die Zeitung sei. Und so können sich heute viele Menschen die Krippe von Margaretha Bender anschauen. Nicht nur ihre Briefträgerin.

Von Jörg Paulus

Quelle: HNA

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